Terpentabelle: acht Duftmoleküle aus dem Hanf

Definition
Eine Terpentabelle bündelt die Aromastoffe der Pflanze in einer einzigen Ansicht: Der Name aus der Laboranalyse bekommt einen Geruch, eine Temperatur und eine bekannte Pflanzenquelle daneben. Diese Übersicht umfasst acht Terpene, die in Hanf und Cannabis häufig berichtet werden. Die Temperaturen sind gerundete Literaturwerte.
Acht Duftmoleküle, sortiert in einer Übersicht
Was steht eigentlich in einer Terpentabelle, wenn man sie Spalte für Spalte durchliest? Vier Angaben, mehr nicht. Sie nimmt die Aromastoffe der Pflanze und legt sie in eine einzige Ansicht: Der Name, wie er aus einer Laboranalyse kommt, bekommt einen Geruch, eine Temperatur und eine Pflanze daneben, die aus dem Alltag bekannt ist. Aus einem Fachwort wird damit ein Eintrag, mit dem sich arbeiten lässt. Genau das ist der Zweck der Sache: Aromastoffe gesammelt statt verstreut über einzelne Datenblätter.
Die Übersicht hier umfasst acht Terpene, die in Hanf und Cannabis häufig berichtet werden, unter ihnen Myrcen, Humulen, Nerolidol und Beta-Caryophyllen. Terpennamen tauchen auch in Texten zu CBD Vollspektrum Öl auf, weil in einem Vollspektrum Hanfextrakt ein Teil der Aromafraktion neben den Cannabinoiden erhalten bleibt. Über das, was ein einzelnes Terpen im Organismus tut, sagen diese vier Spalten nichts; diskutiert wird die Frage seit der Übersichtsarbeit von Russo aus dem Jahr 2011 [1].
- Terpenname: die chemische Identität des Moleküls. Er benennt eine Substanz, keine Sorte und keine Pflanzenfamilie.
- Geruchsnote: eine sprachliche Beschreibung dessen, wie der Reinstoff riecht, formuliert in Alltagsvergleichen statt in Messwerten.
- Siedepunkt: eine physikalische Eigenschaft des reinen, isolierten Stoffs, angegeben als gerundeter Literaturwert und je nach Quelle etwas anders veröffentlicht.
- Herkunft: Pflanzen, in denen das Terpen in nennenswerter Menge nachgewiesen ist, häufig weit über Hanf hinaus.
- Sonderfall Humulen: die Angabe von 106 bis 107 °C ist ein Näherungswert und nicht als Siedepunkt bei Atmosphärendruck mit den übrigen Zahlen der Spalte vergleichbar.
Die Temperaturspalte, nüchtern gelesen
Jede Temperatur in einer solchen Übersicht ist eine Annäherung. Die Zahlen stammen aus der Fachliteratur, sie sind gerundet, und verschiedene Quellen veröffentlichen für dasselbe Molekül leicht verschiedene Werte. Wer zwei Tabellen nebeneinanderlegt, findet deshalb Abweichungen, ohne dass eine der beiden falsch sein muss. Ein Siedepunkt gilt für den reinen, isolierten Stoff. Im Pflanzenauszug liegt kein Terpen für sich allein, dort steht es in einer Mischung aus Dutzenden flüchtigen Verbindungen, und eine Mischung verhält sich nicht wie eine Reinsubstanz. Die Spalte ist also eine Größenordnung, kein Schaltpunkt.
Leichte Moleküle, schwere Moleküle
Warum überhaupt Temperaturen in einer Aromaübersicht? Weil Terpene flüchtig sind. Genau das macht sie riechbar, und genau das macht sie empfindlich. Moleküle mit niedrigem Siedepunkt gehen beim Trocknen, beim Erwärmen und bei der Extraktion früher verloren als die schwereren. Wer nach CO2 Extraktion sucht, landet schnell bei derselben Frage: Welche flüchtigen Anteile bleiben im Auszug, und welche verabschieden sich vorher? Nerolidol und Beta-Caryophyllen sind die schwereren Vertreter der Reihe, sie halten sich länger. Ein Geruchsbild verschiebt sich damit nicht erst mit den Monaten im Regal, sondern schon durch die Handhabung des Pflanzenmaterials. So gelesen ist die Temperaturspalte keine Nebensache, sondern der Grund, warum zwei Auszüge aus derselben Pflanze verschieden riechen können.
Ein Molekül, kein Pflanzenausweis
Überlappungen in der Herkunftsspalte
Dieselbe Substanz erscheint in Pflanzen, die botanisch nichts miteinander zu tun haben. Für die Tabelle heißt das: Einträge in der Herkunftsspalte überlappen sich, und das ist kein Fehler. Ein Terpen ist ein Molekül. Es entsteht in ganz verschiedenen Pflanzenfamilien, unabhängig voneinander, und die Spalte nennt schlicht die Pflanzen, in denen es mengenmäßig vorkommt. Der Alltagsvergleich in der Geruchsspalte funktioniert deshalb so verlässlich. Man erkennt eine Note aus einer Pflanze wieder, die man aus der Küche oder aus dem Garten kennt, obwohl diese Pflanze mit Hanf nicht verwandt ist. Umgekehrt gilt das nicht: Aus einem bekannten Namen in der Herkunftsspalte lässt sich kein Anteil im Auszug ableiten.
Warum keine Zeile für eine Sorte steht
Sortiert wird nach Molekülen, nicht nach Sorten. Es gibt keine Zeile pro Pflanzenart, und ein Terpen ist kein Fingerabdruck, an dem sich eine Sorte festmachen ließe. Darin liegt die Stärke des Formats: Acht Zeilen decken viele Pflanzen ab, weil sie Stoffe beschreiben und keine Abstammung. Wer wissen will, was Terpene chemisch sind, wie sie in der Pflanze entstehen und wie ein Labor sie bestimmt, braucht dafür eine eigene Übersicht; dieses Raster setzt sie voraus. Und was in einer bestimmten Flasche steckt, steht ebenfalls nicht hier, sondern in der Analyse zum jeweiligen Auszug.
Myrcen und die Angabe von 2011
Der häufigste Eintrag in vielen Analysen
Ein Name fällt in Terpenlisten immer wieder zuerst. Myrcen wird über viele Cannabis- und Hanfsorten hinweg am häufigsten als dominantes Terpen berichtet, quer durch veröffentlichte Analysen. Die Übersichtsarbeit von Russo aus dem Jahr 2011 führt es als das mengenmäßig vorherrschende Terpenoid der Pflanze [1]. Das ist die Grundlage, auf der die Angabe in den meisten Tabellen ruht, und sie ist damit sauber zuzuordnen: eine Angabe aus der Fachliteratur, nicht eine Beobachtung aus dem Handel. Mehr sagt die Zeile nicht. Sie nennt eine Häufigkeit über viele Proben, keinen festen Anteil.
Von Pflanze zu Pflanze verschieden
Dazu gehört ein Vorbehalt, der in der Praxis schwer wiegt: Die Unterschiede zwischen einzelnen Pflanzen sind erheblich. Zwei Pflanzen können denselben Namen an der Spitze ihrer Analyse tragen und trotzdem völlig verschiedene Zahlen ausweisen. Eine Terpentabelle beziffert nichts. Sie nennt einen Stoff, seinen Geruch, eine gerundete Temperatur und die Pflanzen, in denen er in Menge vorkommt. Die Frage nach dem Anteil gehört auf eine andere Seite, nämlich in den Prüfbericht zu einer bestimmten Charge. Beide Ebenen zu trennen, erspart die meisten Missverständnisse, die beim Lesen solcher Übersichten entstehen.
Im Auszug steht kein Terpen allein
Terpene kommen im Pflanzenauszug als Gemisch vor, gemeinsam mit Dutzenden weiteren flüchtigen Verbindungen. Ein Vollspektrum Hanfextrakt behält einen Teil dieser Aromafraktion neben den Cannabinoiden, und das ist der Grund, warum Terpennamen überhaupt in der Diskussion um Vollspektrum Öle auftauchen. Offen ist die andere Hälfte der Sache: das mögliche Zusammenspiel von Terpenen und Cannabinoiden. Russo hat 2011 vorgeschlagen, ein solches Zusammenspiel bei Cannabis genauer zu untersuchen [1]. Der Status dieses Vorschlags ist bis heute der einer diskutierten Hypothese, nicht der eines gesicherten Befundes; die Argumente beider Seiten stehen in der Übersicht zur Entourage-Hypothese. Das Endocannabinoid System ist noch einmal ein eigenes Kapitel und in dieser Tabelle nicht enthalten.
Zwischen Suchbegriff und Prüfbericht
Im Suchfeld liegen die Begriffe dicht beieinander: CBG Öl, CBD CBG Öl, Vollspektrum Hanföl, CBD Isolat Öl. Sie beschreiben Extrakttypen, also die Frage, welche Bestandteile ein Auszug behält. Ein Terpenraster antwortet darauf nicht, es benennt Moleküle. Die Zahlen zum Inhalt stehen woanders. Die Öle von Cibdol werden je Charge unabhängig analysiert, nachlesbar beim jeweiligen Produkt, ob CBG Öl oder CBD Vollspektrum Öl. Damit lässt sich eine Tabelle sinnvoll nutzen: erst den Namen einordnen, dann die Temperatur als Näherung lesen, dann für die Menge in die Unterlagen zur Charge schauen. Drei Schritte, drei Quellen.
Häufig gestellte Fragen
4 FragenWie viele Terpene stehen in dieser Übersicht?
Warum steht beim Humulen eine Zahl mit Vorbehalt?
Sagt eine Terpentabelle etwas über die Menge in einem Auszug aus?
Warum steht Myrcen in vielen Berichten an erster Stelle?
Über diesen Artikel
Luke Sholl schreibt seit 2011 über Cannabinoide, CBD und die vielfältigen Vorteile der Natur. Zu seinem Hintergrund gehört eigene praktische Erfahrung im Cannabisanbau über den gesamten Zyklus vom Samen bis zur Ernte hin
Dieser Wiki-Artikel wurde mit KI-Unterstützung verfasst und von Luke Sholl geprüft, Autor für CBD und Wohlbefinden. Redaktionelle Aufsicht durch Joshua Askew.
Medizinischer Hinweis. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information und stellen keine medizinische Beratung dar. Konsultiere vor der Verwendung einer Substanz eine qualifizierte Fachperson im Gesundheitswesen.
Zuletzt geprüft am 26. August 2026
Literatur (1)
- [1]Russo, E. B. (2011). Taming THC: potential cannabis synergy and phytocannabinoid-terpenoid entourage effects. DOI: https://doi.org/10.1111/j.1476-5381.2011.01238.x
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