Guaiol: Terpen, Geruch, Siedepunkt

Definition
Guaiol ist ein Sesquiterpenalkohol: fünfzehn Kohlenstoffatome als Grundgerüst, dazu eine Hydroxylgruppe. Im Geruch wird es mit Kiefer und Holz beschrieben, mit einer schwachen rosigen Note am Rand. Zum Siedepunkt nennt die Fachliteratur zwei Zahlen, rund 92 °C unter reduziertem Druck und Schätzungen um 288 °C bei Atmosphärendruck.
Erst die Einordnung, dann die Zahlen
- Kein Cannabinoid. Guaiol steht in der Terpenreihe, nicht neben CBD oder CBG, auch wenn die Namen im selben Analysebericht nebeneinander auftauchen können.
- Chemische Familie: Sesquiterpenalkohol. Das Grundgerüst zählt fünfzehn Kohlenstoffatome, und daran sitzt eine Hydroxylgruppe.
- Der Namensteil Alkohol kommt genau von dieser Hydroxylgruppe. Mit Trinkalkohol hat die Bezeichnung nichts zu tun.
- Geruchsbild: Kiefer und Holz als tragende Noten, dazu eine schwache rosige Nuance.
- Siedepunkt, erste Angabe: rund 92 °C, notiert unter reduziertem Druck.
- Siedepunkt, zweite Angabe: Schätzungen um 288 °C bei Atmosphärendruck, für dasselbe Molekül.
- Die rund 92 °C sind ein gerundeter Literaturwert und gelten nicht als Konstante. Veröffentlichte Quellen weichen voneinander ab.
- Terpene und Terpenoide bilden zusammen die Aromafraktion der Cannabispflanze, so die Übersichtsarbeit von Russo aus dem Jahr 2011 [1].
- Guaiol ist damit auf zwei Ebenen beschrieben: über die Stoffklasse und über den Geruch. Die eine lässt sich nicht in die andere umrechnen.
- Aus einem Terpennamen folgt keine Mengenangabe. Wie viel wovon in einem Auszug steckt, steht in der Analyse der jeweiligen Charge.
- Wer nach dem Endocannabinoid System sucht, landet bei den Cannabinoiden. Dieser Eintrag bleibt auf der Terpenseite.
Vier Zeilen zum Nachschlagen
| Eigenschaft | Detail |
|---|---|
| Stoffklasse | Sesquiterpenalkohol. Sesquiterpene tragen ein Kohlenstoffgerüst aus fünfzehn Atomen, und die Hydroxylgruppe am Molekül liefert den zweiten Teil des Klassennamens. Beides zusammen ist die kürzeste korrekte Beschreibung von Guaiol. |
| Geruchsprofil | Kiefer und Holz, dazu eine schwache rosige Note. Eine beschreibende Angabe, kein Messwert: sie sagt, mit welchen bekannten Gerüchen Fachtexte das Molekül vergleichen, nicht wie viel davon vorhanden ist. |
| Siedepunkt, reduzierter Druck | Rund 92 °C. Der Wert ist gerundet, unter Unterdruck notiert und in der Literatur nicht einheitlich angegeben. Als feste Konstante taugt er deshalb nicht. |
| Siedepunkt, Atmosphärendruck | Schätzungen um 288 °C. Auch dieser Wert findet sich in veröffentlichten Quellen und betrifft dasselbe Molekül, nur unter gewöhnlichem Umgebungsdruck statt im Unterdruck des Labors. |
| Rahmen in der Fachliteratur | Guaiol zählt zu der aromatischen Fraktion, die Terpene und Terpenoide gemeinsam bilden. Diese Einordnung stammt aus der Übersichtsarbeit von Russo aus dem Jahr 2011 [1]. |
Holz, Nadelwald, ein Hauch Rose
Eine Temperatur kann man messen. Einen Geruch beschreibt man, indem man sagt, was sonst so riecht. Bei Guaiol sind das Kiefer und Holz, und darunter liegt eine feine rosige Note, die man beim ersten Schnuppern leicht überhört. Genau so steht es in der Fachliteratur, und genau so weit reicht die Angabe auch.
Allein tritt das Molekül dabei nie auf. Die Aromafraktion einer Cannabispflanze besteht aus vielen Terpenen und Terpenoiden nebeneinander, wie die Arbeit von 2011 sie zusammenträgt [1]. Was die Nase am Ende registriert, ist eine Summe, kein einzelner Eintrag aus einer Tabelle.
- Kiefer: die harzig-nadelige Richtung, die dem Geruchsbild von Guaiol zuerst zugeordnet wird.
- Holz: die zweite tragende Note derselben Beschreibung.
- Rose: schwach ausgeprägt, als Randnotiz geführt und nicht als Hauptcharakter.
- Was die Beschreibung nicht liefert: eine Zahl. Anteile stehen im Analysebericht einer Charge, nicht im Duftvokabular.
- Was sie ebenfalls nicht liefert: eine Aussage über andere Bestandteile eines Auszugs, etwa über Cannabinoide.
Die Sache mit dem Druck
| Angabe | Bedingung | Lesart |
|---|---|---|
| Rund 92 °C | Reduzierter Druck, wie er im Labor eingestellt wird | Gerundeter Literaturwert. Er beschreibt eine Messung unter bestimmten Bedingungen und lässt sich nicht auf jede andere Messung übertragen, zumal die Quellen unterschiedlich notieren. |
| Rund 288 °C | Atmosphärendruck, also gewöhnliche Umgebung | In veröffentlichten Quellen als Schätzung geführt, teils auf genau diesen Wert gerundet. Es geht um dasselbe Molekül wie in der Zeile darüber. |
| Der Abstand zwischen 92 und 288 | Zwei verschiedene Druckverhältnisse, eine Substanz | Kein Widerspruch, sondern die Folge der Bedingung. Unter geringerem Druck siedet ein Stoff früher, und deshalb liegen die beiden Zahlen so weit auseinander. |
| Quellenlage | Verschiedene Veröffentlichungen, verschiedene Rundungen | Wer zwei Werte findet, hat in der Regel zwei Messbedingungen vor sich. Ein Zusatz zum Druck gehört deshalb zu jeder Temperaturangabe. |
| Grenze der Angabe | Temperatur ohne Mengenbezug | Aus einem Siedepunkt folgt nicht, wie viel Guaiol ein Extrakt enthält. Diese Frage entscheidet der Bericht zur einzelnen Charge. |
Was sich nachlesen lässt
Terpenname, Menge, Etikett
Ein Terpenname klärt, welches Molekül gemeint ist. Nicht, wie viel davon in einer Flasche steckt. Diese Angabe steht im Analysebericht der jeweiligen Charge, und dort auch nur für die Bestandteile, die das Labor bestimmt hat. Unsere Auszüge entstehen mit CO2 Extraktion, und zu jeder Charge liegt eine unabhängige Analyse vor: so gehandhabt seit 2014. Ob auf dem Etikett Vollspektrum steht oder CBG Öl, ändert an dieser Reihenfolge nichts. Zuerst das Dokument, dann die Zahl.
Der offene Rest bei Guaiol
Zwei Temperaturen, ein Molekül, zwei Druckbedingungen. So weit ist die Sache sortiert. Weniger sortiert ist die Genauigkeit dahinter: die rund 92 °C sind gerundet, sie gelten nicht als Konstante, und die veröffentlichten Angaben decken sich nicht. Für die Einordnung in die Aromafraktion stützt sich dieser Eintrag auf die Übersichtsarbeit von Russo aus dem Jahr 2011 [1]. Was dort dokumentiert ist, steht hier. Genauere Zahlen zu Guaiol im Hanfauszug lassen sich ergänzen, sobald weitere Untersuchungen vorliegen.
Häufig gestellte Fragen
4 FragenMit welchen Vergleichen wird das Aroma von Guaiol beschrieben?
Widersprechen sich 92 °C und 288 °C?
Was macht Guaiol chemisch zu einem Alkohol?
Wo ordnet die Übersichtsarbeit von 2011 Guaiol ein?
Über diesen Artikel
Luke Sholl schreibt seit 2011 über Cannabinoide, CBD und die vielfältigen Vorteile der Natur. Zu seinem Hintergrund gehört eigene praktische Erfahrung im Cannabisanbau über den gesamten Zyklus vom Samen bis zur Ernte hin
Dieser Wiki-Artikel wurde mit KI-Unterstützung verfasst und von Luke Sholl geprüft, Autor für CBD und Wohlbefinden. Redaktionelle Aufsicht durch Joshua Askew.
Medizinischer Hinweis. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information und stellen keine medizinische Beratung dar. Konsultiere vor der Verwendung einer Substanz eine qualifizierte Fachperson im Gesundheitswesen.
Zuletzt geprüft am 29. August 2026
Literatur (1)
- [1]Russo, E.B. (2011). Taming THC: potential cannabis synergy and phytocannabinoid-terpenoid entourage effects. DOI: https://doi.org/10.1111/j.1476-5381.2011.01238.x
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