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Hopfen: Drüsenharz, Myrcen und die Grenzen der Verwandtschaft

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Cibdol · Hopfen: Drüsenharz, Myrcen und die Grenzen der Verwandtschaft

Definition

Hopfen ist eine Pflanze mit Drüsengewebe und klebrigem Harz, deren Dolden im Brauwesen verwendet werden. Der duftende Anteil dieses Harzes besteht nahezu vollständig aus Terpenen und Terpenoiden. THC und CBD stehen nicht auf dieser Liste: die Chemie des Hopfens ist eine andere als die der Hanfpflanze [1].

Harz, Drüsen und die Grenze der Ähnlichkeit

Zerreiben Sie eine getrocknete Hopfendolde zwischen den Fingern, bleibt etwas Klebriges an der Haut zurück. Dieses Harz ist der Grund, weshalb Hopfen in Gesprächen über Hanf so regelmäßig auftaucht. Beide Pflanzen bilden Drüsengewebe. Beide lagern darin ein klebriges Harz ein. Und in beiden Harzen sitzt eine Handvoll Terpene mit sprechenden Namen, also Duftmoleküle, die man aus völlig anderen Pflanzen kennt und beim Riechen sofort wiedererkennt. Die Ähnlichkeit liegt damit auf zwei Ebenen: im Bau der Pflanze und in der Chemie des Duftes. Das ist mehr als Zufall. Es ist deutlich weniger als eine gemeinsame Inhaltsstoffliste.

Genau an dieser Stelle endet die Parallele. Hopfen führt kein THC. Hopfen führt kein CBD. Die Zusammenstellung der Cannabis-Inhaltsstoffe von ElSohly und Slade aus dem Jahr 2005 [1] beschreibt eine Substanzchemie, die mit der des Hopfens nicht deckungsgleich ist. Aus der Nähe im Pflanzensystem folgt für den Inhalt also nichts. Wer nach dem Unterschied zwischen THC und CBD sucht, stellt eine Frage an die Hanfpflanze und nicht an die Hopfendolde. Der Begriff endocannabinoid system, der in Suchanfragen gern direkt daneben steht, gehört zu einem eigenen Kapitel.

Was steckt dann in diesem Harz? Der duftende Anteil, im Labor als Aromafraktion geführt, besteht nahezu vollständig aus Terpenen und Terpenoiden. Terpene sind die Gruppe kleiner, flüchtiger Pflanzenmoleküle, die den Geruch tragen. Terpenoide sind ihre sauerstoffhaltigen Verwandten, chemisch nah, im Namen erkennbar. Nahezu vollständig heißt hier: Wer die Aromafraktion einer Hopfensorte auftrennt, liest eine Liste, auf der fast nichts anderes steht. Deshalb übernimmt die Nase bei diesem Thema so viel Arbeit. Ein Duftbild lässt sich in Worten beschreiben, ohne dass eine einzige Zahl fällt. Beziffern lässt es sich nur mit einer Analyse.

Für den Vergleich mit Hanf ist das die eigentliche Pointe. Gemeinsam sind Bauplan und Duftchemie, getrennt sind die Substanzlisten [1]. Zwei Pflanzen können aus derselben Ecke des Pflanzensystems stammen, ähnlich gebaute Drüsen tragen, ähnlich klebriges Harz anlegen und darin trotzdem verschiedene Dinge ablegen. Botanische Nähe beantwortet also keine Frage nach dem Inhalt einer Flasche. Diese Frage beantwortet ein Chargenzertifikat: welche Cannabinoide, in welcher Menge, mit welchem Prüfdatum. Alles andere bleibt Faustregel, und Faustregeln stehen nicht im Prüfbericht [2].

Wer die beiden Pflanzen nebeneinander legt, merkt schnell, dass die interessante Schnittmenge klein und dafür sehr konkret ist. Sie besteht nicht aus Cannabinoiden. Sie besteht aus Duftmolekülen, die in beiden Harzen vorkommen und die man deshalb aus zwei ganz verschiedenen Kontexten kennt: einmal aus dem Glas, einmal aus dem Terpenprofil eines Hanfauszugs. Diese Schnittmenge ist der Grund, weshalb dieser Eintrag überhaupt geschrieben wurde. Und sie ist der Grund, weshalb er nach wenigen Molekülnamen wieder aufhört.

Der Terpenname, der überall auftaucht

Myrcen im Hopfenöl, Zeile für Zeile

Zwei dieser Terpene sind der Anlass für diese Seite. Zu einem davon liegen die klarsten Angaben vor: Myrcen. Bei vielen Sorten, die wegen ihres Aromas angebaut werden, ist Myrcen der größte Einzelbestandteil des Hopfenöls. Nicht einer unter vielen, sondern der größte. Seine Rolle in der Aromafraktion lässt sich als der lauteste Ton beschreiben: Es ist der Anteil, der die Richtung vorgibt, während die kleineren Anteile die Feinzeichnung übernehmen.

Größter Einzelbestandteil ist dabei eine Aussage über Anteile, nicht über eine feste Zahl. Sie gilt für viele Aromasorten, nicht als Naturkonstante für jede Ernte und jede Charge. Ein Sortenname legt kein Mengenverhältnis fest. Wer wissen will, wie viel Myrcen ein bestimmtes Hopfenöl führt, liest die Analyse dieser Partie und nicht den Katalogtext. Genau dieselbe Logik gilt in der Hanfwelt, weshalb ein CBG Öl oder ein CBD Vollspektrum Öl seine Terpenzeilen im Prüfbericht der Charge trägt und nicht im Produktnamen [2].

Mango, Zitronengras, Lorbeer, Thymian

Myrcen ist kein Hopfenprivileg. Es kommt in Mango vor, in Zitronengras, in Lorbeer, in Thymian und in vielen Hanf-Chemovaren. Chemovar heißt: eine Sorte, die man nicht über Blattform oder Herkunft beschreibt, sondern über ihr Inhaltsstoffprofil. In Laborprofilen von Hanf ist Myrcen häufig das mengenmäßig stärkste Terpen. Dasselbe Molekül, andere Pflanze, anderer Anlass für die Messung.

Damit erklärt sich auch die Methode, mit der über Düfte gesprochen wird. Man benennt, was sonst so riecht. Deshalb kreisen in Verkostungsnotizen immer dieselben Vergleiche: Mango, Kräuter, Zitrusschale, Lorbeerblatt. Ein Hopfenaroma in einem Hanfauszug und eine Hanfnote in einem Bier können auf demselben Molekül beruhen, ohne dass die beiden irgendein Cannabinoid teilen [1]. Die Nase erkennt Terpene. Sie erkennt keine Cannabinoidgehalte, keine Prozentangabe und keinen Chargenstand.

Langes Kochen, späte Hopfengabe, das Glas

Im Sudkessel entscheidet Hitze über die flüchtigen Anteile. Langes Kochen treibt die Terpenfraktion aus. Was ausgetrieben ist, steht später nicht mehr im Glas, egal wie kräftig die Dolde vorher gerochen hat. Zugleich gehen Terpene ins Bier über, sie bleiben also grundsätzlich transportfähig. Beides gilt gleichzeitig, und der Unterschied liegt im Zeitpunkt der Hopfengabe.

Bei stark kaltgehopften modernen Bieren bleibt das frische Terpenprofil weitgehend erhalten, Myrcen eingeschlossen. Das ist der Punkt, an dem die vertraute Bemerkung fällt: jemand hält die Nase ins Glas und findet die Note hanfähnlich. Am wahrscheinlichsten ist genau diese Bauart von Bier gemeint. Erklärt wird die Beobachtung von der Duftchemie, nicht von einer gemeinsamen Substanzliste, denn THC und CBD gehören nicht in die Hopfendolde [1].

Für die Praxis heißt das: Das Aroma eines Getränks lässt sich über Terpennamen beschreiben, sein Inhalt aber nur über eine Messung. Dieselbe Trennung zieht sich durch das ganze Thema. Beschreiben und beziffern sind zwei Vorgänge, und nur der zweite hinterlässt eine Zeile im Bericht.

  • Langes Kochen treibt die flüchtige Terpenfraktion aus, und was einmal verdampft ist, riecht am Ende nicht mehr mit. Der Zeitpunkt der Gabe zählt deshalb mehr als die Menge im Rezept.
  • Terpene gehen ins Bier über. Das ist der eigentliche Übergabepunkt zwischen Pflanzenharz und Getränk, und er funktioniert nur bei den Anteilen, die die Hitze überstanden haben.
  • Stark kaltgehopfte moderne Biere behalten ihr frisches Terpenprofil weitgehend, Myrcen eingeschlossen. Bei diesen Bieren steht die Aromafraktion der Dolde dem Glas am nächsten.
  • Die hanfähnliche Bemerkung am Glas passt am ehesten auf genau solche Biere. Sie beschreibt eine Duftverwandtschaft, keine Verwandtschaft der Inhaltsstofflisten [1].
  • Welche Terpene ein Hopfenöl in welchem Anteil führt, hält die Analyse der jeweiligen Partie fest. Der Sortenname allein legt keine Zahl fest.
  • Kein THC, kein CBD: Diese beiden Zeilen fehlen im Hopfen, während sie in der Zusammenstellung der Cannabis-Inhaltsstoffe von 2005 [1] die Hauptrolle spielen.

Sortiert nachgelesen: Hopfen neben Hanfextrakt

  1. Die Ähnlichkeit zuerst: Drüsengewebe, klebriges Harz und eine Handvoll Terpene mit sprechenden Namen stehen bei Hopfen und Hanf auf derselben Seite. Gemeinsam sind Bauplan und Duftchemie, und dabei bleibt es.
  2. Die Substanzlisten laufen auseinander. Im Hopfen kein THC, im Hopfen kein CBD; die Chemie der beiden Pflanzen ist eine andere [1]. Aus der Familienähnlichkeit folgt für den Inhalt nichts.
  3. Die Aromafraktion besteht nahezu vollständig aus Terpenen und Terpenoiden. Wer sie auftrennt, liest eine Liste, auf der praktisch nur diese beiden Stoffgruppen erscheinen, in wechselnden Anteilen je Partie.
  4. Zwei dieser Terpene tragen den Eintrag. Zu Myrcen liegen die konkreten Angaben vor, und deshalb steht dieses Molekül hier im Vordergrund statt einer langen Namensliste ohne Daten.
  5. Myrcen ist bei vielen Aromasorten der größte Einzelbestandteil des Hopfenöls. Seine Rolle in der Aromafraktion beschreibt man als lautesten Ton: Er gibt die Richtung, nicht die Feinzeichnung.
  6. Vorkommen außerhalb des Hopfens: Mango, Zitronengras, Lorbeer, Thymian und viele Hanf-Chemovare. In Laborprofilen von Hanf ist Myrcen oft das mengenmäßig stärkste Terpen.
  7. Terpene und Cannabinoide sitzen im selben Harz. Die Übersichtsarbeit von Russo aus dem Jahr 2011 [2] schlägt vor, die Mischung zu betrachten und nicht das isolierte Molekül; als offen notiert sind weitere Untersuchungen.
  8. Ein Vollspektrum Hanfextrakt führt ein breites Terpenspektrum neben den Cannabinoiden, und das ergibt sich aus der allgemeinen Extraktionschemie [2]. Der Etikettenbegriff benennt die Bauart, nicht die Zahlen.
  9. Welche Terpene in welchem Anteil enthalten sind, steht im Chargenzertifikat und nicht in einer Faustregel [2]. Dieselbe Frage, zwei Antwortquellen, und nur eine davon ist nachlesbar.
  10. Die CO2 Extraktion ist der Schritt, an dem aus Pflanzenmaterial ein Auszug wird. Was der fertige Auszug ausweist, hält die Analyse der Charge fest, nicht der Name des Verfahrens.
  11. Bei Cibdol wird jede Charge unabhängig analysiert, ein Arbeitsstandard seit 2014. Wer ein CBG Öl oder ein CBD Vollspektrum Öl vergleicht, findet die Cannabinoid- und Terpenzeilen genau dort.

Häufig gestellte Fragen

Was haben Hopfenharz und Hanfharz gemeinsam?
Beide Pflanzen bilden Drüsengewebe, legen darin ein klebriges Harz an und führen eine Handvoll Terpene mit sprechenden Namen. Gemeinsam sind also der Bauplan und die Duftchemie. Die Substanzlisten sind es nicht: kein THC und kein CBD im Hopfen, und eine insgesamt andere Chemie [1].
Ist Myrcen ein Hopfenmolekül oder ein Hanfmolekül?
Beides und noch mehr. Bei vielen Aromasorten ist Myrcen der größte Einzelbestandteil des Hopfenöls, in Laborprofilen von Hanf oft das mengenmäßig stärkste Terpen. Daneben kommt es in Mango, Zitronengras, Lorbeer und Thymian vor.
Was passiert mit den Terpenen im Sudkessel?
Langes Kochen treibt die flüchtige Terpenfraktion aus. Gleichzeitig gehen Terpene grundsätzlich ins Bier über, weshalb der Zeitpunkt der Hopfengabe zählt. Bei stark kaltgehopften Bieren bleibt das frische Profil samt Myrcen weitgehend erhalten.
Was schlägt die Entourage-Hypothese aus dem Jahr 2011 vor?
Terpene und Cannabinoide sitzen im selben Harz. Die Übersichtsarbeit von Russo aus dem Jahr 2011 [2] schlägt deshalb vor, die Mischung zu betrachten statt ein isoliertes Molekül. Als offener Punkt ist dort festgehalten, dass weitere Untersuchungen nötig sind.

Über diesen Artikel

Luke Sholl schreibt seit 2011 über Cannabinoide, CBD und die vielfältigen Vorteile der Natur. Zu seinem Hintergrund gehört eigene praktische Erfahrung im Cannabisanbau über den gesamten Zyklus vom Samen bis zur Ernte hin

Dieser Wiki-Artikel wurde mit KI-Unterstützung verfasst und von Luke Sholl geprüft, Autor für CBD und Wohlbefinden. Redaktionelle Aufsicht durch Joshua Askew.

Redaktionelle StandardsKI-Nutzungsrichtlinie

Medizinischer Hinweis. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information und stellen keine medizinische Beratung dar. Konsultiere vor der Verwendung einer Substanz eine qualifizierte Fachperson im Gesundheitswesen.

Zuletzt geprüft am 26. August 2026

Literatur (2)

  1. [1]ElSohly, M.A. and Slade, D. (2005). Chemical constituents of marijuana: the complex mixture of natural cannabinoids. DOI: https://doi.org/10.1016/j.lfs.2005.09.011
  2. [2]Russo, E.B. (2011). Taming THC: potential cannabis synergy and phytocannabinoid-terpenoid entourage effects. DOI: https://doi.org/10.1111/j.1476-5381.2011.01238.x

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