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Hanföl: ein Name, zwei verschiedene Öle

Still life with a Cibdol product introducing Hemp Oil: Two Products, One Name
Cibdol · Hanföl: ein Name, zwei verschiedene Öle

Definition

Hanföl bezeichnet im Handel zwei Produkte mit unterschiedlicher Herkunft. Das eine ist ein aus Hanfsamen gepresstes Speise- und Kosmetiköl mit dokumentiertem Fettsäureprofil und ohne nennenswerten Cannabinoidgehalt [1]. Das andere ist ein Auszug aus den harzführenden Pflanzenteilen, in denen über 100 natürliche Cannabinoide beschrieben sind [2].

Zwei Flaschen, ein Etikettenwort

Halb sieben, zwei Regale auseinander

Im Feinkostregal steht eine dunkle 250-ml-Flasche zwischen Olivenöl und Walnussöl. Auf dem Etikett: Hanföl. Zwei Gänge weiter, bei den Nahrungsergänzungsmitteln, steht eine 10-ml-Pipettenflasche. Auf dem Etikett: ebenfalls Hanföl. Beide Angaben sind korrekt.

Gemeint sind trotzdem zwei verschiedene Produkte. Die eine Flasche enthält ein Pressöl aus Samen. Die andere enthält einen Auszug aus Pflanzenmaterial, gelöst in einer Trägerbasis. Wer vor dem Regal steht, sieht diesen Unterschied dem Wort Hanföl nicht an, sondern erst der Zutatenliste und der Prozentangabe daneben.

Genau hier entstehen die meisten Missverständnisse. Ein Küchenöl und ein Extraktprodukt teilen einen Namen, weil beide von derselben Pflanze stammen. Sie stammen aber nicht vom selben Pflanzenteil, und sie entstehen nicht im selben Verfahren. Das eine wird gepresst, das andere ausgezogen.

Samen auf der einen Seite, Harz auf der anderen

Hanfsamenöl ist ein gepresstes Speise- und Kosmetiköl. Sein Fettsäureprofil ist in der Fachliteratur beschrieben: Die Übersicht von Callaway aus dem Jahr 2004 [1] ordnet das Öl als überwiegend mehrfach ungesättigt ein, mit Linolsäure als Omega-6-Anteil und Alpha-Linolensäure als Omega-3-Anteil in einem Verhältnis von etwa 3:1. Ein nennenswerter Cannabinoidgehalt gehört nicht zu diesem Profil [1].

Hanfextraktöl kommt aus einer anderen Ecke der Pflanze. Grundlage ist harzhaltiges Material, und in diesem Gewebe hat die Arbeit von ElSohly und Slade aus dem Jahr 2005 [2] eine komplexe Mischung von über 100 natürlichen Cannabinoiden verzeichnet. Zu den bekannten Namen aus dieser Liste zählen CBD, CBG, CBC, CBN, CBDA und THC. Ein Extrakt ist ein Konzentrat aus diesem Material, kein Pressöl.

Zwei Ausgangsmaterialien, zwei Verfahren, zwei Datenlagen. Das ist der ganze Unterschied hinter dem gemeinsamen Namen.

Das gepresste Öl aus dem Samen

Der Wert 3:1 wird oft zitiert wie eine Konstante. Er ist keine. Die Angabe beschreibt die Verhältnisse im gepressten Öl, und drei Größen verschieben sie: die Sorte, die Wachstumsperiode und die Bedingungen beim Pressen. Wer zwei Chargen desselben Herstellers nebeneinander legt, kann deshalb zwei etwas verschiedene Zahlen vor sich haben, ohne dass an einer davon etwas falsch wäre.

Dieselbe Übersicht von 2004 [1] nennt neben dem Öl auch den Samen selbst und beziffert dessen Proteinanteil mit rund 25 Prozent. Diese Zahl gehört zum Samen, nicht zum Pressöl, und sie wandert beim Pressen nicht in die Flasche. Solche Trennungen sind bei diesem Thema die halbe Arbeit: Samen, Presskuchen und Öl sind drei verschiedene Bezugsgrößen.

Bleibt die Frage nach den Cannabinoidspuren, die in Analysen von Samenprodukten gelegentlich auftauchen. Ihre Herkunft ist laut derselben Quelle [1] mechanisch, nicht biologisch. Der Weg führt über Harz, das bei Ernte und Handhabung von außen auf die Samenschale übertragen wird. Als Gegenmaßnahme nennt die Arbeit Waschen und Reinigen der Samen. Suchbegriffe wie Hanfsamenöl Vollspektrum vermischen an dieser Stelle zwei Ebenen: Vollspektrum ist ein Etikettenbegriff aus der Extraktwelt, das dokumentierte Spektrum eines Samenöls besteht aus Fettsäuren.

  • Einordnung: Speise- und Kosmetiköl, gewonnen durch Pressen [1]
  • Fettsäurebild: überwiegend mehrfach ungesättigt [1]
  • Omega-6 zu Omega-3: Linolsäure zu Alpha-Linolensäure etwa 3:1 [1]
  • Variablen hinter diesem Verhältnis: Sorte, Wachstumsperiode, Pressbedingungen
  • Samenprotein: rund 25 Prozent, bezogen auf den Samen [1]
  • Cannabinoidgehalt: nichts Nennenswertes [1]
  • Spuren: Harzübertrag auf die Schale, mechanischer Weg [1]
  • Verringerung solcher Spuren: Waschen und Reinigen der Samen [1]

Vom ausgewählten Anbau zum geprüften Öl

  1. Sortenwahl. Hanfsorten für den Anbau in der EU werden ausgewählt und überwacht, ihr THC-Gehalt liegt innerhalb der gesetzlichen Grenzen. Diese Vorauswahl steht am Anfang jeder Kette und nicht erst am Ende im Labor.
  2. Ernte und Handhabung. Hier entsteht der mechanische Übertrag von Harz auf Samenschalen, den die Übersicht von 2004 [1] als Ursprung von Spuren in Samenprodukten beschreibt. Reinigungsschritte greifen an genau dieser Stelle.
  3. Trennung der Pflanzenteile. Samen gehen in die Presse. Harzführendes Material geht in den Auszug. Ab diesem Punkt laufen die beiden Öle, die denselben Namen tragen, getrennte Wege.
  4. Pressen. Aus dem Samen entsteht kaltgepresstes Hanfsamenöl mit dem beschriebenen Fettsäureprofil [1]. Kein Lösungsmittel, kein Konzentrat, kein Cannabinoidgehalt von Belang.
  5. Extraktion mit CO2. Im Produktionsmaßstab arbeitet die überkritische CO2 Extraktion mit Kohlendioxid unter Druck als Lösungsmittel. Nach dem Auszug verdampft das CO2 aus dem Material heraus.
  6. Extraktion mit Ethanol. Das zweite verbreitete Verfahren nutzt Ethanol als Lösungsmittel, das anschließend zurückgewonnen wird. Beide Wege liefern ein Konzentrat aus harzhaltigem Pflanzenmaterial, keinen fertigen Flascheninhalt.
  7. Verschneiden. Das Konzentrat wird zur aktiven Zutat, die Trägerbasis liefert das Volumen. In den CBD Ölen von Cibdol mit 2,5 Prozent bis 20 Prozent ist diese Trägerbasis kaltgepresstes Hanfsamenöl, die aktive Zutat ist Hanfextrakt.
  8. Prüfen. Die Reihenfolge bei Cibdol seit 2014: ausgewählter Hanf, Extraktion, geprüftes fertiges Öl. Erst nach diesem letzten Schritt steht eine Zahl auf dem Etikett, die sich in einem Bericht nachlesen lässt.

Gegenüberstellung der beiden Öle

MerkmalHanfsamenölHanfextraktöl
AusgangsmaterialSamen der PflanzeHarzführende Pflanzenteile
VerfahrenPressen, ohne LösungsmittelAuszug, im Produktionsmaßstab überkritisches CO2 oder Ethanol
Dokumentiertes ProfilÜberwiegend mehrfach ungesättigte Fettsäuren, Omega-6 zu Omega-3 etwa 3:1 [1]Komplexe Mischung, über 100 natürliche Cannabinoide in der Pflanze verzeichnet [2]
Zweite Kennzahl derselben QuelleSamenprotein rund 25 Prozent, bezogen auf den Samen [1]Bekannte Namen aus der Liste: CBD, CBG, CBC, CBN, CBDA, THC [2]
CannabinoidgehaltNichts Nennenswertes [1]Konzentrat aus dem Pflanzenteil mit den beschriebenen Cannabinoiden [2]
Herkunft von SpurenHarzübertrag auf die Schale bei Ernte und Handhabung, verringert durch Waschen und Reinigen [1]Keine Spurenfrage, das Material ist der Gegenstand des Auszugs
Rolle in einem Öl mit ProzentangabeTrägerbasis, kaltgepresst, in den Cibdol Ölen von 2,5 Prozent bis 20 ProzentAktive Zutat, Hanfextrakt
Übliche WarengruppeSpeiseöl und Kosmetikrohstoff [1]Extraktprodukt mit ausgewiesenem Cannabinoidgehalt
FundstelleCallaway, 2004 [1]ElSohly und Slade, 2005 [2]

Angaben, die nichts festlegen

Manche Vorderseiten sagen weniger, als sie zu sagen scheinen. Formulierungen wie Hanfölextrakt sehen nach einer Cannabinoidangabe aus, nennen aber kein einziges Cannabinoid. Ähnlich steht es um eine Zeile wie Hanföl, 1000 mg. Die Zahl kann sich auf das Gesamtgewicht des Öls im Behälter beziehen und nicht auf eine einzelne Verbindung darin. Zwei Flaschen mit derselben mg-Zahl können damit völlig verschiedene Inhalte haben.

Eine Prozentangabe ist präziser, wenn klar ist, worauf sie sich bezieht. Zehn Prozent bezeichnen den Cannabinoidgehalt der fertigen Flüssigkeit. Es ist kein Anteil des Extrakts an der Flasche, und es ist keine Aussage über das Samenöl darin. Wer Suchbegriffe wie CBD Vollspektrum Öl 10, CBD Isolat Öl oder CBD Vollspektrum Öl 20 nebeneinander legt, vergleicht deshalb zuerst Bezugsgrößen und danach Zahlen.

Nachlesbar bleiben immer dieselben vier Punkte, unabhängig davon, welches Wort groß auf der Schachtel steht.

  • Welches Cannabinoid namentlich genannt ist, etwa CBD oder CBG
  • Welche Zutat als Trägerbasis geführt wird, etwa kaltgepresstes Hanfsamenöl
  • Ob eine Zahl den Cannabinoidgehalt der fertigen Flüssigkeit beziffert oder ein Gesamtgewicht
  • Ob sich diese Zahl im Bericht zur betreffenden Charge wiederfindet

Die Angaben zu unseren Ölen

Bei den CBD Ölen von Cibdol beantworten zwei Zeilen die Frage aus diesem Artikel. Die Trägerbasis ist kaltgepresstes Hanfsamenöl. Die aktive Zutat ist Hanfextrakt. Die Reihe reicht von 2,5 Prozent bis 20 Prozent, und die Prozentzahl bezeichnet jeweils den Cannabinoidgehalt der fertigen Flüssigkeit. Beide Öle, die im Handel Hanföl heißen, stecken also in derselben Flasche, nur in verschiedenen Rollen.

Dahinter steht seit 2014 dieselbe Abfolge: ausgewählter Hanf, Extraktion, geprüftes fertiges Öl. Hanfsorten für den EU-Anbau werden ausgewählt und überwacht, ihr THC-Gehalt liegt innerhalb der gesetzlichen Grenzen. Wer nach CBG Öl, CBD CBG Öl oder CBGA Öl sucht, kann dieselben zwei Zeilen abfragen: welcher Auszug, welche Trägerbasis. Das Endocannabinoid-System taucht in benachbarten Suchanfragen auf und gehört zu einer anderen Frage als der nach der Ölbasis.

Zwei Quellen und ihr Zuschnitt

Die Übersicht von Callaway aus dem Jahr 2004 [1] hat den Hanfsamen als Nährstoffquelle zum Gegenstand. Dort stehen das Fettsäurebild des Pressöls, das Verhältnis von etwa 3:1, der Proteinanteil des Samens von rund 25 Prozent und der mechanische Weg, über den Cannabinoidspuren auf Samenprodukte gelangen.

Die Arbeit von ElSohly und Slade aus dem Jahr 2005 [2] verzeichnet die chemischen Bestandteile der Pflanze und listet über 100 identifizierte natürliche Cannabinoide, darunter CBD, CBG, CBC, CBN, CBDA und THC. Beide Arbeiten beschreiben Pflanze und Rohstoff. Was in einer bestimmten Flasche steht, sagt keine von beiden. Diese Angabe steht im Bericht zur Charge, und dort ist sie nachlesbar.

Häufig gestellte Fragen

Steht auf einer Flasche Hanfsamenöl ein Cannabinoidgehalt?
Nach der Übersicht von Callaway aus dem Jahr 2004 [1] gehört zum gepressten Samenöl kein nennenswerter Cannabinoidgehalt. Dokumentiert ist dort das Fettsäureprofil mit einem Verhältnis von Linolsäure zu Alpha-Linolensäure von etwa 3:1. Eine Prozentangabe zu einem Cannabinoid gehört zu Extraktprodukten, nicht zu einem Speiseöl aus Samen.
Warum schwankt das Verhältnis von etwa 3:1 zwischen zwei Chargen?
Die Angabe beschreibt Verhältnisse im gepressten Öl und ist kein fester Wert. Sorte, Wachstumsperiode und die Bedingungen beim Pressen verschieben sie [1]. Zwei Analysen desselben Herstellers können deshalb leicht verschiedene Zahlen ausweisen.
Woher kommen Cannabinoidspuren in Produkten aus Hanfsamen?
Ihr Ursprung ist mechanisch und nicht biologisch. Der Weg führt über Harz, das bei Ernte und Handhabung von außen auf die Samenschale übertragen wird [1]. Als Maßnahme dagegen nennt dieselbe Übersicht das Waschen und Reinigen der Samen.
Was besagt die Prozentangabe auf einem Öl mit Hanfextrakt?
Zehn Prozent bezeichnen den Cannabinoidgehalt der fertigen Flüssigkeit in der Flasche. Es ist kein Anteil des Extrakts am Flascheninhalt und keine Aussage über das Samenöl als Trägerbasis. Bei Cibdol reicht diese Angabe von 2,5 Prozent bis 20 Prozent, und der Bericht zur Charge nennt den gemessenen Wert.

Über diesen Artikel

Luke Sholl schreibt seit 2011 über Cannabinoide, CBD und die vielfältigen Vorteile der Natur. Zu seinem Hintergrund gehört eigene praktische Erfahrung im Cannabisanbau über den gesamten Zyklus vom Samen bis zur Ernte hin

Dieser Wiki-Artikel wurde mit KI-Unterstützung verfasst und von Luke Sholl geprüft, Autor für CBD und Wohlbefinden. Redaktionelle Aufsicht durch Joshua Askew.

Redaktionelle StandardsKI-Nutzungsrichtlinie

Medizinischer Hinweis. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information und stellen keine medizinische Beratung dar. Konsultiere vor der Verwendung einer Substanz eine qualifizierte Fachperson im Gesundheitswesen.

Zuletzt geprüft am 27. August 2026

Literatur (2)

  1. [1]Callaway, J.C. (2004). Hempseed as a nutritional resource: An overview. DOI: https://doi.org/10.1007/s10681-004-4811-6
  2. [2]ElSohly, M.A. and Slade, D. (2005). Chemical constituents of marijuana: the complex mixture of natural cannabinoids. DOI: https://doi.org/10.1016/j.lfs.2005.09.011

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