Borneol: ein Terpenname in Einzelteilen

Definition
Borneol ist ein bicyclischer Monoterpenalkohol mit der Summenformel C10H18O und gehört damit zu den Terpenen, also zur Gruppe der aromatischen Pflanzenstoffe. Veröffentlichte Quellen bündeln seinen Siedepunkt bei rund 213 °C unter gewöhnlichem Atmosphärendruck. Im Pflanzenreich ist es weit verbreitet und keine Seltenheit [1].
Ein Gewürzschrank, ein Wort auf der Rückseite
Halb zwölf, die Tür des Gewürzschranks steht offen. Auf einem kleinen Fläschchen läuft hinten eine Reihe von Namen entlang, und einer davon heißt Borneol. Kein Handelsname. Keine Marke. Ein Molekül, das in Zutatenlisten, in Terpentabellen und in Fachtexten zur Hanfpflanze auftaucht, meist ohne einen Satz Erklärung dahinter. Also der Reihe nach.
Terpene: der Sammelbegriff, der darüber steht
Terpene sind aromatische Pflanzenstoffe. Der Ausdruck benennt eine ganze Gruppe, nicht ein einzelnes Molekül. Borneol gehört in diese Gruppe. In der Terpenübersicht von Cibdol steht es mit zwei Angaben: wie es riecht und wie es gebaut ist. Mengen stehen dort nicht.
Drei Wörter, die das Molekül festlegen
Bicyclischer Monoterpenalkohol, so lautet die chemische Einordnung. Bicyclisch heißt zwei Ringe im Gerüst. Monoterpen benennt die Größenklasse. Alkohol steht für die Sauerstoffgruppe. Dazu die Summenformel C10H18O, also zehn Kohlenstoff, achtzehn Wasserstoff, ein Sauerstoff. Wer das liest, hat die Zusammensetzung. Eine Pflanzenart legt der Name nicht fest.
Eigenschaft links, Angabe rechts
Sechs Zeilen, alle aus veröffentlichten Quellen oder aus unserer eigenen Terpenübersicht. Was hier nicht steht, steht auch im restlichen Eintrag nicht.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Stoffgruppe | Terpen, also aromatischer Pflanzenstoff |
| Chemische Einordnung | bicyclischer Monoterpenalkohol |
| Summenformel | C10H18O |
| Siedepunkt | rund 213 °C bei gewöhnlichem Atmosphärendruck |
| Vorkommen | weit verbreitet, keine Seltenheit [1] |
| Eintrag bei Cibdol | Terpenübersicht, Geruch und Struktur |
Die letzte Zeile ist die wichtigste Einschränkung. Ein Eintrag im Raster beschreibt Geruch und Bauweise. Er sagt nicht, wie viel Borneol in einem bestimmten Auszug steckt, und er weist dem Terpen keinen Anteil an einem Extrakt zu. Beschreiben und beziffern sind zwei getrennte Vorgänge, und nur der zweite braucht ein Labor.
213 °C: eine Zahl, die den Druck mitschreibt
Die veröffentlichten Angaben zum Siedepunkt liegen dicht beieinander und bündeln sich bei rund 213 °C. Dazu gehört eine Bedingung, und die lautet: gewöhnlicher Atmosphärendruck. Ohne diesen Zusatz bleibt die Temperatur eine halbe Angabe, denn der Siedepunkt hängt vom Druck ab. Deshalb notieren Datenblätter die Bedingung gleich neben der Ziffer.
Und warum eine gerundete Zahl? Weil verschiedene Quellen verschieden runden und leicht abweichende Messreihen zitieren. Ein gebündelter Wert ist genau das: eine Zusammenfassung mehrerer Angaben, kein Naturgesetz mit Nachkommastelle.
Eines legt diese Temperatur ebenfalls nicht fest. Sie sagt nichts darüber, wie viel Borneol ein Pflanzenmaterial mitbringt oder was davon in einen Auszug gelangt. Die Zahl beschreibt das Molekül. Der Gehalt einer Charge wird gemessen, nicht aus einem Siedewert hergeleitet.
Ein Terpen, das an vielen Stellen auftaucht
Borneol ist im Pflanzenreich weit verbreitet und zählt nicht zu den Raritäten [1]. Diese Einordnung stammt aus der Übersichtsarbeit von Russo aus dem Jahr 2011 [1], die Angaben zu Terpenen und Cannabinoiden aus der Fachliteratur zusammengetragen und daraus eine Hypothese über ihr Zusammenspiel formuliert hat. Eine Übersichtsarbeit sammelt und ordnet. Sie misst nicht selbst.
Daraus folgen zwei nüchterne Punkte. Erstens verweist der Name nicht auf eine bestimmte Art, sondern auf ein Molekül, das viele Pflanzenfamilien führen. Zweitens ist weit verbreitet keine Zahl, sondern eine Aussage über Häufigkeit. Zwischen beidem liegt der Unterschied zwischen einer Literaturangabe und einem Prüfbericht.
Was Russo 2011 als Hypothese notiert hat, steht bis heute als Hypothese in der Literatur und wird dort weiter diskutiert.
Ein Molekülname und die Suchanfragen ringsum
Wer einen Terpennamen eingibt, landet schnell in Nachbarbegriffen. CBD Vollspektrum Öl bezeichnet einen Extrakttyp. CO2 Extraktion benennt ein Herstellungsverfahren. CBG Öl steht für ein Produkt, dessen Etikett ein anderes Cannabinoid nennt. Keiner dieser Begriffe beschreibt Borneol, und Borneol beschreibt keinen von ihnen. Auch die Frage nach dem Unterschied zwischen THC und CBD gehört zu den Cannabinoiden, nicht zu den Terpenen.
Ähnlich getrennt bleibt das Endocannabinoid System. Es ist ein eigenes Kapitel der Fachliteratur, mit eigenen Rezeptoren, Botenstoffen und Enzymen. Ein bicyclischer Monoterpenalkohol mit der Formel C10H18O gehört nicht in dieses Kapitel, nur weil beide Begriffe in derselben Suchsitzung getippt werden.
Bleibt die Mengenfrage. Die beantwortet keine Definition, kein Siedepunkt und keine Terpenzeile, sondern die Analyse einer Charge.
Zwischen Terpenraster und Produktübersicht
Bei Cibdol lässt sich das Sortiment nach Format durchsehen, und die Öle sind dort als CBD Oil 2.0 zusammengefasst. Von dieser Übersicht führt der Weg zur einzelnen Produktseite, und dort stehen die Angaben, die zu einem Artikel gehören. Die Terpenübersicht steht daneben und macht etwas anderes: sie hält für Borneol den Geruch und die Struktur fest und lässt alles Weitere offen.
Für die eigene Einordnung reicht das weiter, als man denkt. Borneol ist ein Terpen, also ein aromatischer Pflanzenstoff. Chemisch ein bicyclischer Monoterpenalkohol, Formel C10H18O. Der Siedepunkt bündelt sich bei rund 213 °C unter gewöhnlichem Atmosphärendruck. Im Pflanzenreich verbreitet, keine Seltenheit [1]. Vier Angaben, jede nachlesbar. Keine davon eine Zahl über den Inhalt einer Flasche.
Häufig gestellte Fragen
4 FragenWoran erkennt man im Namen, dass Borneol eine Alkoholgruppe trägt?
Was macht aus 213 °C eine vollständige Angabe?
Lässt sich der Anteil eines einzelnen Terpens aus dieser Seite ablesen?
Unter welchem Namen sind die Öle von Cibdol zusammengefasst?
Über diesen Artikel
Luke Sholl schreibt seit 2011 über Cannabinoide, CBD und die vielfältigen Vorteile der Natur. Zu seinem Hintergrund gehört eigene praktische Erfahrung im Cannabisanbau über den gesamten Zyklus vom Samen bis zur Ernte hin
Dieser Wiki-Artikel wurde mit KI-Unterstützung verfasst und von Luke Sholl geprüft, Autor für CBD und Wohlbefinden. Redaktionelle Aufsicht durch Joshua Askew.
Medizinischer Hinweis. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information und stellen keine medizinische Beratung dar. Konsultiere vor der Verwendung einer Substanz eine qualifizierte Fachperson im Gesundheitswesen.
Zuletzt geprüft am 29. August 2026
Literatur (1)
- [1]Russo, E.B. (2011). Taming THC: potential cannabis synergy and phytocannabinoid-terpenoid entourage effects. DOI: https://doi.org/10.1111/j.1476-5381.2011.01238.x
Verwandte Artikel

Valencen: ein Sesquiterpen mit der Formel C15H24
Valencen gehört zu den Sesquiterpenen: fünfzehn Kohlenstoffatome, Summenformel C15H24. Was sich daraus ableiten lässt, und wo die veröffentlichten Angaben aufhören.

Was ist Terpineol? Duftnoten, Isomere und Siedepunkt
Vier Isomere, eine Stoffklasse und eine Temperatur, die in den Quellen unterschiedlich ausfällt. Was zu Terpineol belegt ist und wo die Angaben zur Rezeptur nachlesbar sind.

Was ist Sabinen? Terpen, Formel, Siedewert
Chemische Familie, Summenformel, Molmasse, Siedewert: die belegten Angaben zu Sabinen, nüchtern sortiert. Und die Stelle, an der die Datenlage endet.

Phytol: Was hinter dem Terpennamen steht
Ein Terpenname, eine Temperatur mit Zusatz und die Stelle, an der die Analyse einer einzelnen Charge übernimmt.

Ocimen: was hinter dem Terpennamen steht
Ocimen ist ein acyclisches Monoterpen aus der Aromafraktion der Pflanze, in vier Worten beschrieben: süß, kräuterartig, grün, holzig. Dazu eine gerundete Temperaturangabe von etwa 100 °C.

Guaiol: Terpen, Geruch, Siedepunkt
Guaiol gehört zur aromatischen Fraktion der Cannabispflanze, die Terpene und Terpenoide gemeinsam bilden. Kiefer und Holz im Geruchsbild, zwei veröffentlichte Temperaturangaben, eine davon gerundet.

Geraniol: Monoterpen, Formel und Siedepunkt
Ein Monoterpen mit Hydroxylgruppe, Formel C10H18O, Siedepunkt rund 230 °C. Wie viel davon in einem Auszug steckt, hängt von Sorte, Anbau, Erntezeitpunkt und Verarbeitung ab.

Was ist Farnesen?
Ein Sesquiterpen aus 15 Kohlenstoffatomen, verbreitet in Pflanzen ohne nahe botanische Verwandtschaft. Was die Formel festlegt, was sie offen lässt und wo Farnesol ins Bild kommt.

Eukalyptol: das Terpen hinter dem Namen 1,8-Cineol
Eukalyptol und 1,8-Cineol stehen für dasselbe Molekül aus der Terpenfraktion. Dazu kommt ein Siedepunkt von rund 176 °C, notiert für gewöhnlichen Atmosphärendruck.



















