Bildungsinhalte zur Cannabinoid-Wissenschaft — keine medizinische Beratung. Sprich mit einem Arzt, bevor du CBD-Produkte mit Medikamenten kombinierst. Unsere Altersrichtlinie
CB1-Rezeptor: Cannabinoid-Rezeptor Typ 1 im Überblick

Definition
CB1 ist ein Cannabinoid-Rezeptor, also ein Protein in der Zelloberfläche, das ein chemisches Signal von außen annimmt und nach innen weitergibt. Eingeordnet wird er als G-Protein-gekoppelter Rezeptor, kloniert wurde er 1990. Im Zentralnervensystem liegt er in der höchsten Dichte seiner Klasse vor, in einigen peripheren Geweben deutlich sparsamer.
CB1 im Überblick: Klasse, Jahr, Verteilung
1990 bekam eine Vermutung einen Namen. Bis zu diesem Jahr war der Cannabinoid-Rezeptor Typ 1 eine Schlussfolgerung aus Beobachtungen, danach ein definiertes Molekül mit bekannter Sequenz, herstellbar in Zellen und direkt untersuchbar [1]. Matsuda und Kollegen legten damals die Struktur eines Cannabinoid-Rezeptors und die funktionelle Expression der klonierten cDNA vor [1]. Der Unterschied klingt klein und ist groß: Aus einer Rechengröße wurde ein Gegenstand, an dem sich messen lässt.
CB1 ist die Kurzform von Cannabinoid-Rezeptor Typ 1. Das Protein sitzt in der Zelloberfläche. Seine Aufgabe ist schlicht beschrieben: ein chemisches Signal von außen annehmen und nach innen weitergeben. Eingeordnet wird es als G-Protein-gekoppelter Rezeptor, eine der großen Proteinklassen der Zellbiologie. Im Zentralnervensystem ist CB1 der häufigste Vertreter dieser Klasse; in einigen peripheren Geweben kommt er ebenfalls vor, dort in geringerer Dichte [1]. In der Fachliteratur gilt er als Ankerpunkt des Endocannabinoid-Systems und als Rahmen, in dem Forschung zu Cannabinoiden sortiert wird [1].
| Angabe | Detail |
|---|---|
| Bezeichnung | Cannabinoid-Rezeptor Typ 1, kurz CB1 |
| Molekülklasse | G-Protein-gekoppelter Rezeptor |
| Erstmals kloniert | 1990 [1] |
| Aufgabe | chemisches Signal von außen annehmen, nach innen weitergeben |
| Höchste Dichte | Zentralnervensystem, häufigster Vertreter seiner Klasse [1] |
| Weiteres Vorkommen | einige periphere Gewebe, geringere Dichte [1] |
| Stellung im Fachgebiet | Ankerpunkt des Endocannabinoid-Systems [1] |
| Körpereigener Ligand, 1992 benannt | Anandamid [2] |
| Zweites Endocannabinoid | 2-AG |
Die Tabelle hält fest, was die zitierten Arbeiten hergeben, und hört dort auf. Wo der Rezeptor dicht liegt, ist eine Angabe über den Ort der Signalaufnahme [1]. Matsuda und Kollegen ordneten 1990 Regionen zu, die in der Literatur mit Stimmung, Appetit, Gedächtnis und Bewegung verknüpft werden [1]. Das ist eine Landkarte mit Beschriftung. Sie zeigt, wo ein Signal ankommen kann und in welchen Zusammenhängen die Forschung diese Orte beschreibt [1]. Mehr steht dort nicht.
Vom Befund zum nachprüfbaren Molekül
Zwei Schritte prägen die Geschichte des Kürzels. Der erste ist die Klonierung von 1990, der zweite die Umbenennung, die kurz darauf folgte. Beides steckt in drei Zeichen, die heute in jeder Übersicht zum cannabinoiden System auftauchen.
1990: Sequenz, Zellen, Nachprüfbarkeit
Klonieren heißt hier: Die Erbinformation für das Protein wird isoliert und lesbar gemacht. Aus einer Größe, die man nur aus Beobachtungen erschlossen hatte, wurde ein Molekül mit bekannter Sequenz [1]. Es ließ sich in Zellen herstellen, und damit ließ es sich direkt betrachten statt indirekt annehmen [1]. Die Publikation von Matsuda und Kollegen aus dem Jahr 1990 hält genau diese zwei Dinge fest: die Struktur des Rezeptors und die funktionelle Expression der klonierten cDNA [1]. Sie ist deshalb bis heute die Stelle, auf die verwiesen wird, wenn Rezeptorstruktur und Expression in Zellen gemeint sind [1]. Innerhalb der G-Protein-gekoppelten Rezeptoren ist dieser Rezeptor im Zentralnervensystem der am häufigsten vorkommende Vertreter [1].
Warum die Ziffer 1 im Namen steht
Die Ziffer ist keine Rangfolge nach Bedeutung. Sie ist eine Frage der Reihenfolge. CB1 war der erste Rezeptor dieser Familie, der überhaupt einen Namen bekam. Als ein zweiter Rezeptor derselben Familie beschrieben wurde, erhielt der ursprüngliche nachträglich die Kennung CB1. Diese Bezeichnungen sind bis heute in Gebrauch, in Fachartikeln wie in allgemeinen Übersichten. Praktisch heißt das: Wer Cannabinoid-Rezeptor Typ 1 liest, liest denselben Gegenstand wie bei CB1, und wer nach Fundstellen sucht, findet beide Schreibweisen nebeneinander. Unter den Cannabinoid-Rezeptoren ist CB1 derjenige, der im zentralnervösen Gewebe in der höchsten Dichte vorliegt; außerhalb davon lässt er sich in einigen Geweben nachweisen, dort in kleineren Mengen [1].
Was am Rezeptor ansetzt: körpereigen und pflanzlich
Die Moleküle, die an CB1 binden, kommen aus zwei Richtungen. Die eine ist der Körper selbst. Die andere ist die Pflanze.
1992 isolierten Devane und Kollegen einen Bestandteil aus Hirngewebe, der an den Cannabinoid-Rezeptor bindet, und gaben ihm den Namen Anandamid [2]. Diese Arbeit verschob den Blick auf das ganze Thema. Der Rezeptor hängt nicht an einer Pflanze, sondern gehört zu einem körpereigenen Signalsystem, für das der Organismus eigene Botenstoffe bereitstellt [2]. Als zweites Endocannabinoid wird 2-AG geführt, in der Literatur fast immer im selben Abschnitt wie Anandamid. Damit hat das Endocannabinoid-System drei Bestandteile, über die sich reden lässt: Rezeptoren, körpereigene Botenstoffe und die Frage, wann welches Signal ankommt.
Auf der pflanzlichen Seite ist THC das Molekül, über das im Zusammenhang mit CB1 am meisten geschrieben wurde. Für Hanfprodukte im EU-Markt gilt eine nüchterne Zusatzangabe: Sie werden innerhalb der gesetzlichen THC-Grenzwerte formuliert und geprüft, und der Gehalt einer Charge steht im Prüfbericht. Wie CBD an CB1 ansetzt, wird in der Fachliteratur als weniger geradlinig beschrieben als bei THC. Diese Frage gilt als offen.
Aus dieser Aufstellung folgt eine Trennung, die beim Lesen hilft. Rezeptor und Ligand sind zwei verschiedene Dinge, und beide werden mit verschiedenen Methoden untersucht. Der Rezeptor war 1990 als Molekül beschrieben [1], der erste körpereigene Ligand zwei Jahre später benannt [2]. Was ein einzelner Stoff an dieser Stelle im Menschen ausmacht, ist damit noch nicht mitbeantwortet.
Wo die Landkarte endet
Ein Rezeptor ist eine Empfangsstelle. Sie zeigt, wo ein Signal ankommen kann. Sonst nichts.
Deshalb trägt bei der Auslegung das Verteilungsmuster mehr Gewicht als eine einzelne Fundstelle [1]. Eine hohe Dichte in einer Region bleibt eine Ortsangabe zur Signalaufnahme [1]. Was ein bestimmtes Molekül bei einer bestimmten Person auslöst, ist damit nicht festgelegt; die Arbeit von 1990 beschreibt Struktur und Expression, nicht das Erleben eines Menschen [1]. Zu vielen Fragen rund um CB1 wächst die Datenlage am Menschen noch, und das ist kein Nebensatz, sondern der Stand.
Rezeptorforschung ist also eine Karte, kein Versprechen. Karten sind trotzdem nützlich. Sie ordnen, wo man weitersuchen kann, und sie halten fest, welche Frage in welchem Kapitel beantwortet wird. Genau so ist der Eintrag hier gebaut: erst das Molekül, dann die Jahreszahlen, dann die Grenze.
Zu Cannabinoiden arbeiten wir bei Cibdol seit 2014, entstanden ist die Marke in Basel, und der redaktionelle Zuschnitt bleibt in Texten wie diesem gleich: berichten, was die Forschung erfasst hat, benennen, wo Lücken bleiben, die Quelle angeben, die Schlussfolgerung dem Leser überlassen.
Begriffe aus dem Suchfeld liegen auf einer anderen Ebene. Ob ein Auszug per CO2 Extraktion gewonnen wurde, welche Summe ein CBD Vollspektrum Öl auf dem Etikett nennt oder welche Zahlen bei einem CBG Öl im Prüfbericht stehen, klärt die Chargenanalyse, nicht die Rezeptorliteratur. Das cannabinoide System ist der Rahmen, in dem CB1 beschrieben wird. Der Flascheninhalt ist eine getrennte Frage mit getrennten Unterlagen. Wer beides auseinanderhält, liest beide Seiten genauer.
Häufig gestellte Fragen
4 FragenIn welchem Jahr wurde CB1 zum ersten Mal kloniert?
Kommt CB1 ausschließlich im Nervengewebe vor?
Woher stammt der Name Anandamid?
Wie ist eine hohe CB1-Dichte in einer Region zu lesen?
Über diesen Artikel
Luke Sholl schreibt seit 2011 über Cannabinoide, CBD und die vielfältigen Vorteile der Natur. Zu seinem Hintergrund gehört eigene praktische Erfahrung im Cannabisanbau über den gesamten Zyklus vom Samen bis zur Ernte hin
Dieser Wiki-Artikel wurde mit KI-Unterstützung verfasst und von Luke Sholl geprüft, Autor für CBD und Wohlbefinden. Redaktionelle Aufsicht durch Joshua Askew.
Medizinischer Hinweis. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information und stellen keine medizinische Beratung dar. Konsultiere vor der Verwendung einer Substanz eine qualifizierte Fachperson im Gesundheitswesen.
Zuletzt geprüft am 26. August 2026
Literatur (2)
- [1]Matsuda et al. (1990). Structure of a cannabinoid receptor and functional expression of the cloned cDNA. DOI: https://doi.org/10.1038/346561a0
- [2]Devane et al. (1992). Isolation and structure of a brain constituent that binds to the cannabinoid receptor. DOI: https://doi.org/10.1126/science.1470919
Verwandte Artikel

Macht CBG müde? Was die Fachliteratur von 2021 hergibt
Die Frage nach Müdigkeit und CBG ist verbreitet, eine belegende Arbeit am Menschen fehlt jedoch. Zwei Veröffentlichungen aus dem Jahr 2021 zeigen, wo die Angaben enden.

THCA und THC: eine Carboxylgruppe Unterschied
Zwischen Tetrahydrocannabinolsäure und dem neutralen Molekül liegt eine Carboxylgruppe. Wie sie abgeht, weshalb dasselbe Material zwei Zahlen liefern kann und was eine gerechnete Gesamtangabe einschließt.

Breitspektrum CBD: Begriff, Belege und unser Sortiment
Breitspektrum ist ein Wort vom Etikett, kein festgelegter Rechtsbegriff. Prüfbar bleibt, was der Chargenbericht ausweist: gemessene Cannabinoide, Gehalt, Abfüllung.

THCP, das Cannabinoid mit der Heptylkette
Ein Molekül, ein Bericht aus dem Dezember 2019, eine Kette mit sieben Kohlenstoffatomen. Was zu THCP nachlesbar ist, und wo die Angaben aufhören.

CBD Forschung: was untersucht ist und was offen bleibt
Ein Rezeptorbefund von 2005, eine systematische Durchsicht der Humandaten von 2018 und eine Sicherheitsdurchsicht von 2017: der veröffentlichte Bestand zu Cannabidiol, nach Belegstufen sortiert.

Serotonin: 5-HT, Rezeptorsubtypen und ein Befund von 2005
Ein Molekül, zwei Namen, mindestens sieben Rezeptorfamilien. Dazu ein einzelner In-vitro-Bericht aus dem Jahr 2005 zu Cannabidiol am Subtyp 5-HT1a, in seiner tatsächlichen Größe gelesen.

Palmitoylethanolamid (PEA): chemisch verwandt mit Anandamid
PEA gehört zur Klasse der Fettsäureamide und teilt mit Anandamid den Abbau über eine Amidbindung. Was daraus für die Einordnung folgt, und wo die zitierte Datenlage endet.

Wie das Endocannabinoid System entdeckt wurde
Vom Pflanzenmolekül über die Bindungsstelle bis zum körpereigenen Botenstoff: fünf Jahreszahlen zwischen 1964 und 1995 und die Frage, die sich jeweils daraus ergab.

Klinische Endocannabinoid-Defizienz (CECD): was der Begriff bezeichnet
Anandamid und 2-AG entstehen auf Abruf und werden zügig wieder abgebaut. Aus dieser Mechanik heraus wurde eine Hypothese formuliert, die hier nüchtern und Punkt für Punkt sortiert ist.



















