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2-AG (2-Arachidonoylglycerol): das zweite große Endocannabinoid

Definition
2-AG steht für 2-Arachidonoylglycerol, ein körpereigenes Lipid und das zweite große Endocannabinoid neben Anandamid. Der Bauplan ist schnell erzählt: ein Molekül Arachidonsäure, gebunden an die mittlere Position eines Glycerin-Grundgerüsts. Beschrieben wurde es 1995, im selben Jahr, von zwei Arbeitsgruppen und in zwei verschiedenen Geweben.
Glycerin, Fettsäure und die mittlere Position
Warum steht mitten in einem Molekülnamen eine Ziffer? Bei 2-AG, ausgeschrieben 2-Arachidonoylglycerol, sagt die Zwei präzise, wo etwas sitzt. Das Grundgerüst ist Glycerin, ein kleines Molekül mit drei Anknüpfungsstellen. An der mittleren dieser Stellen, in der chemischen Zählung die Position 2, hängt ein Molekül Arachidonsäure. Mehr steckt im Namen nicht: Position, Fettsäure, Gerüst. Chemisch gehört die Verbindung zu den Estern am Glycerin, und genau dieser Punkt erklärt später, warum ein spaltendes Enzym ins Spiel kommt. In der Fachliteratur läuft 2-AG als das zweite große Endocannabinoid. Zweitens heißt hier allerdings nicht kleiner. Im Körpergewebe ist es der mengenmäßig reichlichere der beiden Hauptvertreter.
- Name: 2-AG ist die Kurzform von 2-Arachidonoylglycerol, ohne weitere Abkürzungsebene darunter.
- Bauplan: ein Molekül Arachidonsäure, gebunden an die mittlere Position des Glycerin-Grundgerüsts.
- Die Ziffer: diese mittlere Position trägt in der chemischen Nummerierung die 2.
- Stoffklasse: ein Ester am Glycerin, also ein Fettsäureester, kein Ringsystem.
- Einordnung: das zweite große Endocannabinoid, geführt neben Anandamid.
- Menge: in Körpergewebe das reichlichere der beiden Moleküle dieses Paares.
- Herkunft: im Körper gebildet, aus Bausteinen des Fettsäurestoffwechsels.
Der Fund von 1995 in zwei Geweben
Der erste Weg führte durch den Verdauungstrakt
Anandamid war 1992 beschrieben worden. Danach lag eine naheliegende Frage auf dem Tisch: Wenn es ein körpereigenes Molekül für diese Rezeptoren gibt, gibt es dann weitere? Mitte der Neunziger gingen zwei Gruppen dieser Frage unabhängig voneinander nach, mit verschiedenem Ausgangsmaterial und demselben Ziel. Die Arbeit von Mechoulam und Kollegen aus dem Jahr 1995 beschreibt ein körpereigenes 2-Monoglycerid aus Darmgewebe und dessen Bindung an Cannabinoid-Rezeptoren [1]. Kein Zufallsfund am Rande, sondern das Ergebnis einer gezielten Suche in einem Gewebe, das damals nicht im Zentrum der Cannabinoidforschung stand.
Der zweite Weg führte ins Nervengewebe
Die zweite Suchroute lief über Nervengewebe. Sugiura und Kollegen wiesen im gleichen Jahr 2-Arachidonoylglycerol im Gehirn nach und schlugen die Substanz als möglichen körpereigenen Liganden der Cannabinoid-Rezeptoren vor [2]. Damit steht am Ende eine kompakte Bilanz: zwei Gruppen, zwei Gewebe, eine Substanz, ein Jahr. Beide Veröffentlichungen tragen 1995 als Jahr. Seither fehlt 2-AG in kaum einer ernsthaften Darstellung dieses Signalsystems, und der Name taucht praktisch immer dann auf, wenn Anandamid genannt wird.
Was das Molekülpaar unterscheidet
- Beide gehören zu den Endocannabinoiden, beide entstehen im Körper selbst, beide aus Bausteinen des Fettsäurestoffwechsels.
- Die Beschreibung von Anandamid liegt zeitlich vorn, mit dem Jahr 1992. 2-AG folgte 1995 [1][2].
- Bei den Konzentrationen im Körper liegt 2-AG vor Anandamid. Es ist der mengenmäßig größere Anteil des Paares.
- Aus diesem Größenunterschied folgt ein praktischer Punkt: An 2-AG hängt viel sorgfältige Messarbeit.
- Rezeptorprofil: 2-AG wird als voller Agonist an CB1 und CB2 geführt, den beiden Hauptrezeptoren dieses Systems.
- Voll heißt an dieser Stelle vollständige Aktivierung der beiden Rezeptoren, nicht teilweise.
- Für den Abbau ist Monoacylglycerol-Lipase als Hauptenzym benannt. Der Ester am Glycerin wird dabei gespalten.
- Gut dokumentiert sind vier Punkte: Identität, Struktur, Verteilung im Gewebe und der Abbauweg.
- Aus dem Rezeptorprofil ergibt sich eine zweite Rolle. 2-AG dient als Bezugspunkt, wenn andere Verbindungen an denselben Zielorten eingeordnet werden.
- Zu diesen anderen Verbindungen zählen auch die Cannabinoide aus der Pflanze. Sie treffen dieselben Rezeptoren, gehören aber nicht zu den Endocannabinoiden.
Voller Agonist an zwei Rezeptoren
Der Ausdruck voller Agonist beschreibt keine Empfindung, sondern eine Einordnung im Labor. 2-AG aktiviert CB1 und CB2, die beiden Hauptrezeptoren des Systems, vollständig statt nur zum Teil. Das ist der Grund, warum das Molekül in der Cannabinoidpharmakologie so oft als Maßstab auftaucht: Wer eine andere Verbindung an denselben Zielorten beschreibt, hat mit 2-AG einen definierten Vergleichsfall. Diese Rolle hat eine unspektakuläre Vorgeschichte. Am Anfang stand keine große These, sondern genaues Messen, Gewebe für Gewebe, in der Nachfolge der beiden Arbeiten von 1995 [1][2]. Weil die Konzentrationen höher liegen als bei Anandamid, ist die Datenmenge zu 2-AG entsprechend umfangreich.
Ein Enzymname für den Abbau
Gebildet wird 2-AG im Körper, wieder abgebaut ebenfalls. Als Hauptenzym dieses Schritts ist Monoacylglycerol-Lipase benannt. Der chemische Grund liegt im Bauplan: Ein Ester am Glycerin lässt sich spalten, und genau das passiert hier. Damit sind vier Angaben zu diesem Molekül belastbar notiert, nämlich Identität, Struktur, Verteilung und Abbauweg. Das ist mehr, als es für die meisten Signallipide gibt, und weniger, als in populären Texten oft mitschwingt. Wo die veröffentlichten Angaben enden, endet auch dieser Eintrag.
Ein Begriff, der leicht überdehnt wird
Zwei Wortfelder geraten bei diesem Thema regelmäßig durcheinander. Endocannabinoide, also 2-AG und Anandamid, entstehen im Körper aus Fettsäurebausteinen. Cannabinoide aus der Pflanze sind eine andere Gruppe mit anderer Herkunft. Beide Gruppen berühren sich an den Rezeptoren, und beide gehören in eine Beschreibung des Endocannabinoid-Systems. Das macht sie aber nicht zu Synonymen. Wer nach dem cannabinoiden System sucht, landet praktisch immer bei den körpereigenen Molekülen, den Rezeptoren und den Enzymen. Wer nach einem Extrakt sucht, landet bei Etiketten. Zwei Ebenen, zwei Vokabulare.
Warum dieses Molekül nicht in der Zutatenliste auftaucht
2-AG ist keine Zutat. Es ist auch kein Bestandteil eines Hanfextrakts, und es lässt sich in keiner Flasche abfüllen. Auf der Extraktseite stehen ganz andere Begriffe: CBG Öl, CBD Vollspektrum Öl, CO2 Extraktion, dazu die Frage nach dem Unterschied zwischen THC und CBD. Diese Trennung ist nicht Spitzfindigkeit. Cibdol arbeitet seit 2014 mit Cannabinoiden, und in dieser Zeit sind Zuschreibungen zu genau diesem Molekül mehr als einmal weiter gegangen als die veröffentlichten Daten. Deshalb bleibt hier stehen, was in den Arbeiten von 1995 und in der Folgeliteratur tatsächlich notiert ist [1][2]. Nicht mehr.
Häufig gestellte Fragen
4 FragenWofür steht die Ziffer im Namen 2-Arachidonoylglycerol?
Liegt 2-AG im Körper höher konzentriert vor als Anandamid?
Warum gilt 2-AG als Bezugspunkt für andere Verbindungen an CB1 und CB2?
Steht 2-AG auf der Zutatenliste eines Hanfextrakts?
Über diesen Artikel
Luke Sholl schreibt seit 2011 über Cannabinoide, CBD und die vielfältigen Vorteile der Natur. Zu seinem Hintergrund gehört eigene praktische Erfahrung im Cannabisanbau über den gesamten Zyklus vom Samen bis zur Ernte hin
Dieser Wiki-Artikel wurde mit KI-Unterstützung verfasst und von Luke Sholl geprüft, Autor für CBD und Wohlbefinden. Redaktionelle Aufsicht durch Joshua Askew.
Medizinischer Hinweis. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information und stellen keine medizinische Beratung dar. Konsultiere vor der Verwendung einer Substanz eine qualifizierte Fachperson im Gesundheitswesen.
Zuletzt geprüft am 26. August 2026
Literatur (2)
- [1]Mechoulam, R. et al. (1995). Biochemical Pharmacology, 50(1), 83-90. DOI: https://doi.org/10.1016/0006-2952(95)00109-d
- [2]Sugiura et al. (1995). 2-Arachidonoylglycerol: a possible endogenous cannabinoid receptor ligand in brain. DOI: https://doi.org/10.1006/bbrc.1995.2437
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