Was die Forschung über Schlafmusik berichtet

Definition
Wissenschaftliche Erkenntnisse über Schlafmusik, apparative Messungen und beobachtete Phänomene im Überblick.
Unter dem Begriff Schlafmusik werden oft Tonaufnahmen zusammengefasst, die Menschen zur nächtlichen Ruhe anhören. Die wissenschaftliche Erforschung dieses Themas stützt sich auf Befragungen, apparative Messungen im Schlaflabor und Datenauswertungen von Musikplattformen.
Musiktitel auf Wiedergabelisten und Hörgewohnheiten
Eine Analyse von 225.626 Titeln aus entsprechenden Playlists einer globalen Plattform ergab, dass diese Stücke verglichen mit allgemeiner Musik leiser, langsamer, häufiger instrumental und öfter auf akustischen Instrumenten gespielt waren, wobei sechs Untergruppen vorlagen, von denen drei auch schnellere, lautere und energiereichere Stücke enthielten [4].
In einer Befragung von 651 Personen gaben 62 Prozent an, Musik beim Übergang in den Schlaf zu nutzen, wobei 14 Genres und 545 Kunstschaffende genannt wurden, jüngere Personen mit höherer Musikbindung dies häufiger taten und sich die Beweggründe auf vier Themen verteilten: Musikeigenschaften, Gewohnheit, der hervorgerufene Zustand und das Ausblenden innerer oder äußerer Störungen [5]. Die Auswahl spiegelte dabei persönliche Vorlieben statt einer einheitlichen musikalischen Struktur wider.
Ergebnisse der Cochrane-Übersichtsarbeit von 2022
Eine Cochrane-Übersichtsarbeit von 2022 fasste als Aktualisierung einer Arbeit von 2015 randomisierte kontrollierte Studien zusammen, die das Hören vorab aufgenommener Musik über drei Tage bis drei Monate hinweg täglich 25 bis 60 Minuten lang mit keiner Behandlung oder der üblichen Versorgung bei Erwachsenen mit Schlafschwierigkeiten verglichen, wobei 13 Studien mit 1007 Teilnehmenden und eine Literatursuche bis Dezember 2021 einbezogen wurden [1].

Auf dem Pittsburgh Sleep Quality Index, einem Fragebogen von 0 bis 21 Punkten mit höheren Werten für einen schlechteren Schlaf, erzielten die Musikgruppen am Ende der Intervention durchschnittlich 2,79 Punkte weniger als die Kontrollgruppen (10 Studien, 708 Teilnehmende), was das Review-Team als Evidenz von moderater Sicherheit einstufte und als Differenz von etwa einer Standardabweichung beschrieb [1].
Für die Zeit bis zum Schlafbeginn, die Gesamtschlafzeit und die Schlafeffizienz fand die Übersichtsarbeit Evidenz von niedriger Sicherheit zugunsten von Musik (3 Studien, 197 Teilnehmende), während sich auf einer Skala zur Schwere von Schlaflosigkeit kein eindeutiger Unterschied zeigte (2 Studien, 63 Teilnehmende, sehr niedrige Sicherheit) und Musik möglicherweise keinen Einfluss auf wahrgenommene Schlafunterbrechungen hat [1].
Apparative Messungen und methodische Grenzen
Drei der eingeschlossenen Studien mit 136 Teilnehmenden maßen die Zeit bis zum Schlafbeginn, die Gesamtschlafzeit, die Schlafeffizienz und Schlafunterbrechungen auch apparativ, wobei das Review folgerte, dass Musikhören bei diesen Messungen möglicherweise nicht besser abschneidet als keine Behandlung oder die übliche Versorgung [1].
Alle einbezogenen Arbeiten wurden wegen der eingeschränkten Verblindungsmöglichkeiten mit einem hohen Risiko für verzerrende Einflüsse bewertet, keine Studie meldete unerwünschte Ereignisse, und die Forschenden sahen weiteren Untersuchungsbedarf zu anderen Schlafaspekten sowie Tagesfolgen [1].
Untersuchungen an Personen ohne Schlafschwierigkeiten
Eine gesonderte systematische Übersichtsarbeit von 2022 zu Erwachsenen ohne klinische Schlafklagen (22 Artikel, 1514 Teilnehmende) zeigte in einer Metaanalyse von sechs Studien mit 424 Teilnehmenden keinen eindeutigen Unterschied in der Schlafqualität gegenüber der Standardversorgung (mittlere Differenz -0,80, 95%-Konfidenzintervall -2,15 bis 0,54, niedrige Qualität), während eine Untergruppe aus drei Studien mit mindestens dreiwöchiger Dauer einen Unterschied aufwies (-2,09, 95%-Konfidenzintervall -3,84 bis -0,34), wobei die Autorenschaft uneinheitliche Effekte hervorhob und größere randomisierte Studien zu Langzeitausgängen vor einer routinemäßigen Empfehlung verlangte [2].
Nächtliche Ohrwürmer und vorgeschlagene Mechanismen
Eine Studienreihe von 2021 zeigte in einer Online-Umfrage unter 199 US-Erwachsenen (Durchschnittsalter 35,9 Jahre), dass häufiges Musikhören mit anhaltenden nächtlichen Ohrwürmern und schlechterer selbstberichteter Schlafqualität einherging, während in einem Schlaflabor mit 50 jungen Erwachsenen (Durchschnittsalter 21,2 Jahre) 52 Prozent der Instrumentalgruppe gegenüber 28 Prozent der Gruppe mit Gesang über Ohrwürmer beim Erwachen berichteten (p = 0,051) und die Instrumentalgruppe eine geringere polysomnographische Schlafeffizienz sowie längere Zeiten bis zum Schlafbeginn bei gleicher Gesamtschlafzeit zeigte [3].
Eine Literaturübersicht von 2019 benannte sechs diskutierte Mechanismen für den Bezug zwischen Musik und Schlaf, wobei sie die Belege für die Maskierung von Geräuschen als stützend, für Entspannung, Ablenkung und Vergnügen als uneinheitlich, für Erwartungshaltungen als möglicherweise stützend sowie für rhythmische Anpassungen an den Takt als uneinheitlich und vorläufig einstufte [6].
Dieser Artikel beschreibt, was klinische Studien und Befragungen bei welchen Personengruppen und über welche Zeiträume gemessen haben. Er empfiehlt niemandem bestimmte Musikstücke, Wiedergabelisten, Tempi oder Hördauern und nennt keine Produkte im Zusammenhang mit dem Schlaf.
Häufig gestellte Fragen
8 FragenWas ergab die Cochrane-Übersichtsarbeit zu Fragebögen?
Zeigten apparative Messungen einen Unterschied durch Musik?
Welche Resultate zeigten sich bei Personen ohne Schlafschwierigkeiten?
Was versteht man unter nächtlichen Ohrwürmern?
Welche Eigenschaften weisen Titel auf entsprechenden Playlists auf?
Welche Mechanismen werden für Musik am Abend diskutiert?
Wurden in den Studien unerwünschte Ereignisse berichtet?
Welche Rolle spielen persönliche Vorlieben bei der Musikauswahl?
Über diesen Artikel
Luke Sholl schreibt seit 2011 über Cannabinoide, CBD und die vielfältigen Vorteile der Natur. Zu seinem Hintergrund gehört eigene praktische Erfahrung im Cannabisanbau über den gesamten Zyklus vom Samen bis zur Ernte hin
Dieser Wiki-Artikel wurde mit KI-Unterstützung verfasst und von Luke Sholl geprüft, Autor für CBD und Wohlbefinden. Redaktionelle Aufsicht durch Joshua Askew.
Medizinischer Hinweis. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information und stellen keine medizinische Beratung dar. Konsultiere vor der Verwendung einer Substanz eine qualifizierte Fachperson im Gesundheitswesen.
Literatur (6)
- [1]Jespersen KV, Pando-Naude V, Koenig J, Jennum P, Vuust P. Cochrane Database of Systematic Reviews 2022;2022(8). doi:10.1002/14651858.CD010459.pub3 Source
- [2]Tang YW, Teoh SL, Yeo JHH, Ngim CF, Lai NM, Durrant SJ, et al. Behavioral Sleep Medicine 2022;20(2):241-259. doi:10.1080/15402002.2021.1915787 Source
- [3]Scullin MK, Gao C, Fillmore P. Bedtime music, involuntary musical imagery, and sleep. Psychological Science 2021;32(7):985-997. doi:10.1177/0956797621989724, PMID 34105416 Source
- [4]Scarratt RJ, Heggli OA, Vuust P, Jespersen KV. The audio features of sleep music: universal and subgroup characteristics. PLOS ONE 2023;18(1):e0278813. doi:10.1371/journal.pone.0278813, PMID 36652415 Source
- [5]Trahan T, Durrant SJ, Müllensiefen D, Williamson VJ. PLOS ONE 2018;13(11):e0206531. doi:10.1371/journal.pone.0206531 Source
- [6]Dickson GT, Schubert E. Sleep Medicine 2019;63:142-150. doi:10.1016/j.sleep.2019.05.016 Source
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