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Biphasischer Schlaf in Geschichte und Schlafforschung

Biphasischer Schlaf in Geschichte und Schlafforschung
Cibdol · Biphasischer Schlaf in Geschichte und Schlafforschung

Definition

Die Forschung unterscheidet zwischen historischen Schlafgewohnheiten in zwei Abschnitten und modernen polyphasischen Zeitplänen mit verkürzter Schlafdauer.

Biphasischer Schlaf bezeichnet ein Schlafmuster, bei dem die Ruhezeit in zwei Abschnitte innerhalb von 24 Stunden aufgeteilt ist. Im Gegensatz dazu findet die gesamte Ruhezeit beim monophasischen Schlafmuster in einem einzigen zusammenhängenden Nachtblock statt. Dieser Artikel beschreibt den historischen Forschungsstand sowie die Messwerte der zitierten Studien und empfiehlt kein Schlafmuster.

Begriffsbestimmung für mehrteilige Schlafmuster

Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2025 verwendet den Begriff biphasischer Schlaf für Schlaf, der in zwei Abschnitte über den 24-Stunden-Zyklus aufgeteilt ist, und monophasischen Schlaf für eine einzelne ununterbrochene nächtliche Schlafphase, verbunden mit einem theoretischen Rahmen zur Anregung neuer Forschung zu biphasischen Schlafpraktiken. [8]

Ein Konsensbericht eines Expertenpanels aus dem Jahr 2021 definierte polyphasischen Schlaf als die Verteilung mehrerer kurzer Schlafeinheiten über den 24-Stunden-Tag statt einer Hauptschlafphase und möglicherweise eines kurzen Nickerchens, und hielt fest, dass die Häufigkeit solcher Muster in der Bevölkerung unbekannt ist. [1]

Die historische Debatte über das geteilte Schlafmuster

Der Historiker A. Roger Ekirch, der über die Vorherrschaft des segmentierten Schlafs im vorindustriellen Europa publizierte, beschrieb dieses Muster in einem Brief von 2016 als ganzjährig in Europa verbreitet und nicht auf lange Winternächte begrenzt, wobei das Erwachen kurz vor Mitternacht oder später als völlig natürlich galt und längeres Sommerlicht den Schlafbeginn sowie das erste Aufstehen um höchstens eine Stunde verzögerte. [3]

CIBDOL · Die historische Debatte über das geteilte Schlafmuster
CIBDOL · Die historische Debatte über das geteilte Schlafmuster

Im selben Brief zitierte Ekirch Berichte über einen ersten und zweiten Schlaf von außerhalb Europas, darunter eine 1953 veröffentlichte Feldstudie über die Tiv in Zentralnigeria mit traditionellen Begriffen für diese Zeitintervalle, führte die konsolidierte Nachtruhe westlicher Gesellschaften auf künstliches Licht sowie kulturelle Veränderungen der Industriellen Revolution zurück und betonte, er behaupte nicht, dass segmentierter Schlaf bei allen vorindustriellen Völkern außerhalb des Westens vorherrschend gewesen sei. [3]

Ein Beitrag in einer medizinhistorischen Zeitschrift aus dem Jahr 2023 überprüfte die Quellen der Theorie des segmentierten Schlafs erneut, wies darauf hin, dass Medienberichte diesen als potenziell natürlicher und gesünder als zusammenhängende Schlafblöcke dargestellt hatten, und hinterfragte, ob die Befunde auch nicht-segmentierte frühneuzeitliche Schlafformen stützen könnten, wobei jedes derartige Modell mit Unsicherheiten verbunden bleibt. [7]

Feldforschung und Laborversuche zu geteilten Schlafphasen

Eine Studie aus dem Jahr 2015 über drei vorindustrielle Gesellschaften stellte durchschnittliche Bettruhezeiten von 6,9 bis 8,5 Stunden und Schlafdauern von 5,7 bis 7,1 Stunden fest, bei denen die Schlafperiode nicht durch längere Wachphasen unterbrochen war und Nickerchen an weniger als 7 Prozent der Wintertage sowie an weniger als 22 Prozent der Sommertage vorkamen. [4]

Eine Untersuchung aus dem Jahr 2017 in einer ländlichen Gemeinde ohne Strom auf Madagaskar begleitete 21 Personen mittels Aktigraphie über insgesamt 292 Tage, wobei die Teilnehmenden 6,5 Stunden pro Nacht schliefen, an 89 Prozent der Tage ein Nickerchen machten und in 49 Prozent der Nächte nach Mitternacht ein Aktivitätsgipfel auftrat, was die Autoren als vereinbar mit segmentiertem Schlaf beschrieben. [5]

In einem 1992 veröffentlichten Experiment teilten sich die Schlafphasen der Probanden nach einer Verkürzung der täglichen Lichtphase von 16 auf 10 Stunden meist in zwei mehrstündige Abschnitte mit einer Wachpause von 1 bis 3 Stunden auf, während sich zugleich die Dauer der nächtlichen Melatoninausschüttung verlängerte. [6]

Wissenschaftliche Daten zu polyphasischen Schlafsystemen

Für diesen Bericht überprüfte das Gremium 40.672 potenziell relevante Publikationen, prüfte 2.023 Arbeiten im Volltext, schloss 22 relevante Studien ohne reine Nickerchen- oder Siesta-Muster ein und fand keine Belege für Vorteile polyphasischer Pläne, wobei die Konsensmeinung festhielt, dass diese Schlafmuster und das damit verbundene Schlafdefizit mit nachteiligen Folgen für die körperliche Gesundheit, die psychische Verfassung und die Leistungsfähigkeit verbunden sind. [1]

In einer prospektiven Studie wurden zehn junge, gesunde Freiwillige auf eine 20-minütige Ruhegelegenheit alle 4 Stunden und damit auf sechs kurze Einheiten sowie rund 2 Stunden Gesamtschlaf pro 24 Stunden beschränkt, woraufhin alle bis auf einen Teilnehmer innerhalb des ersten Monats abbrachen und der verbleibende 25-jährige Mann den Plan fünf der acht geplanten Wochen einhielt. [2]

Die Hormonergebnisse dieser Studie stammen von dem einzigen verbliebenen Teilnehmer im Vergleich zu seinen eigenen Werten unter monophasischem Schlaf ohne statistischen Test, wobei seine Cortisol- und Melatoninausschüttung im Blut unverändert erschien, während die Freisetzung von Wachstumshormon um mehr als 95 Prozent sank und die Autoren festhielten, dass trotz außergewöhnlicher Motivation niemand die geplanten acht Wochen tolerieren konnte. [2]

Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet biphasischer Schlaf genau?
Biphasischer Schlaf beschreibt ein Schlafmuster, bei dem die tägliche Ruhezeit in zwei Phasen innerhalb von 24 Stunden aufgeteilt wird, etwa in zwei Nachtabschnitte oder eine Nachtphase mit einer kürzeren Ruhezeit am Tag.
Wie unterscheidet sich polyphasischer Schlaf von biphasischem Schlaf?
Polyphasischer Schlaf bezeichnet die Verteilung mehrerer kurzer Schlafeinheiten über den 24-Stunden-Tag. Bei biphasischen Mustern gibt es dagegen lediglich zwei Schlafblöcke.
Was besagt die historische These vom ersten und zweiten Schlaf?
Der Historiker A. Roger Ekirch beschrieb anhand vormoderner Quellen, dass Menschen im vorindustriellen Europa die Nacht häufig in zwei Schlafphasen mit einer nächtlichen Wachpause verbrachten.
Stimmen alle Geschichtswissenschaftler der These des segmentierten Schlafs zu?
Nein, eine medizinhistorische Untersuchung aus dem Jahr 2023 wies darauf hin, dass die historischen Belege begrenzt sind und auch Schlafformen ohne Segmentierung stützen könnten.
Zeigen Naturvölker ohne elektrisches Licht immer einen zweigeteilten Schlafrhythmus?
Feldstudien ergaben unterschiedliche Muster. Während eine Untersuchung in Madagaskar nächtliche Aktivitätsspitzen maß, dokumentierte eine Studie an drei anderen traditionellen Gemeinschaften weitgehend ununterbrochene Nachtruhe.
Was geschieht mit dem Schlafrhythmus bei verkürzter täglicher Lichtdauer im Labor?
In einem Laborexperiment von 1992 teilte sich die Schlafperiode der Teilnehmenden nach einer Verkürzung der täglichen Lichtzeit auf 10 Stunden meist in zwei Abschnitte mit einer Wachpause dazwischen.
Gibt es wissenschaftliche Belege für gesundheitliche Vorteile polyphasischer Zeitpläne?
Ein Expertenpanel prüfte 2021 die verfügbaren Studien und fand keine Belege für gesundheitliche Vorzüge polyphasischer Schlafmuster. Das Gremium wies auf mögliche nachteilige Folgen durch Schlafmangel hin.
Wie reagierte der Körper in Studien mit extremer Schlafzeitverkürzung?
In einer Untersuchung mit sechs 20-minütigen Ruhezeiten pro Tag brachen neun von zehn Teilnehmenden im ersten Monat ab. Beim einzigen verbliebenen Probanden sank die Ausschüttung von Wachstumshormon um über 95 Prozent.

Über diesen Artikel

Luke Sholl schreibt seit 2011 über Cannabinoide, CBD und die vielfältigen Vorteile der Natur. Zu seinem Hintergrund gehört eigene praktische Erfahrung im Cannabisanbau über den gesamten Zyklus vom Samen bis zur Ernte hin

Dieser Wiki-Artikel wurde mit KI-Unterstützung verfasst und von Luke Sholl geprüft, Autor für CBD und Wohlbefinden. Redaktionelle Aufsicht durch Joshua Askew.

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Medizinischer Hinweis. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information und stellen keine medizinische Beratung dar. Konsultiere vor der Verwendung einer Substanz eine qualifizierte Fachperson im Gesundheitswesen.

Literatur (8)

  1. [1]Weaver MD, Sletten TL, Foster RG, et al. Adverse impact of polyphasic sleep patterns in humans: Report of the National Sleep Foundation sleep timing and variability consensus panel. Sleep Health 2021;7(3):293-302. doi:10.1016/j.sleh.2021.02.009, PMID 33795195 Source
  2. [2]Rosenblum Y, Weber FD, Rak M, et al. Sustained polyphasic sleep restriction abolishes human growth hormone release. Sleep 2024;47(2):zsad321. doi:10.1093/sleep/zsad321, PMID 38124288 Source
  3. [3]Ekirch AR. Segmented Sleep in Preindustrial Societies. Sleep 2016;39(3):715-716. doi:10.5665/sleep.5558, PMID 26888454, PMC4763365 Source
  4. [4]Yetish G, Kaplan H, Gurven M, et al. Natural Sleep and Its Seasonal Variations in Three Pre-industrial Societies. Current Biology 2015;25(21):2862-2868. doi:10.1016/j.cub.2015.09.046, PMID 26480842 Source
  5. [5]Samson DR, Manus MB, Krystal AD, Fakir E, Yu JJ, Nunn CL. Segmented sleep in a nonelectric, small-scale agricultural society in Madagascar. American Journal of Human Biology 2017;29(4):e22979. doi:10.1002/ajhb.22979, PMID 28181718 Source
  6. [6]Wehr TA. In short photoperiods, human sleep is biphasic. Journal of Sleep Research 1992;1(2):103-107. doi:10.1111/j.1365-2869.1992.tb00019.x, PMID 10607034 Source
  7. [7]Boyce N. Have we lost sleep? A reconsideration of segmented sleep in early modern England. Medical History 2023;67(2):91-108. doi:10.1017/mdh.2023.14, PMID 37525459 Source
  8. [8]Sena-Ribeiros J, Reis C. Biphasic sleep and human health: A theoretical paradigm for personalized sleep. Sleep Medicine 2025;134:106743. doi:10.1016/j.sleep.2025.106743, PMID 40825260 Source

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