Jetlag und Melatonin, das Etikett und die Studien

Definition
Eine fundierte Analyse der Cochrane-Evidenz zu Melatonin bei Jetlag und der rechtlichen Rahmenbedingungen europäischer Produktangaben.
Ein Jetlag ist keine gewöhnliche Reiseerschöpfung, sondern beruht auf einer Desynchronisation zwischen der inneren circadianen Uhr und den äußeren Zeitgebern am Zielort, weshalb er der Zahl der überflogenen Zeitzonen folgt und nicht der reinen Flugdauer. Wer nach Langstreckenflügen wissenschaftliche Orientierung sucht, trifft auf zwei getrennte Bereiche: die gesetzlich vorgegebene Kennzeichnung von Lebensmitteln und die Auswertungen randomisierter Studien.
Rechtliche Vorgaben und klinische Studien
Was auf einem europäischen Lebensmittelprodukt stehen darf, ist deutlich enger gefasst als die Ergebnisse der Übersichtsarbeiten: Die zugelassene Angabe bezieht sich ausschließlich auf die Linderung der subjektiven Jetlag-Empfindung, wobei das Wort subjektiv verbindlicher Teil des genehmigten Wortlauts ist und die Aussage nur unter den festgelegten Verwendungsbedingungen geführt werden darf. Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012 lautet die exakte Formulierung: Melatonin trägt zur Linderung der subjektiven Jetlag-Empfindung bei. Diese Regelung bindet die Angabe an eine Mindestdosis und an Vorgaben zur Einnahme am ersten Reisetag.
Die klinische Forschung hat demgegenüber breitere Fragestellungen ausgewertet. Eine Cochrane-Übersicht von zehn randomisierten Studien an Flugreisenden, Kabinenpersonal und Militärangehörigen ergab, dass Melatonin bei Einnahme nahe der angestrebten Schlafenszeit am Zielort zwischen 22 Uhr und Mitternacht in neun der zehn Studien den Jetlag nach Flügen über fünf oder mehr Zeitzonen verringerte [1].
Einnahmezeit, Reiserichtung und individuelle Unterschiede
Dieselbe Übersichtsarbeit stellt unmissverständlich fest, dass die gewählte Uhrzeit eine entscheidende Rolle spielt: Zu einer unpassenden Zeit früh am Tag eingenommen, kann Melatonin Schläfrigkeit auslösen und die Anpassung an die Ortszeit verzögern, was dem beabsichtigten Zweck genau zuwiderläuft [1].

Über die gesamte untersuchte Spanne täglicher Zufuhren fiel das Ergebnis ähnlich aus, wobei Teilnehmende am oberen Rand der Bandbreite schneller einschliefen und besser schliefen als am unteren Rand, während Mengen oberhalb dieses Bereichs keinen weiteren Zusatznutzen boten; eine Formulierung mit verzögerter Wirkstofffreisetzung erwies sich als vergleichsweise ineffektiv, was das Forschungsteam als Hinweis darauf wertete, dass eine kurze höhere Konzentrationsspitze mehr bewirkt als ein flaches Profil [1].
Das Ausmaß des Nutzens ist nicht einheitlich, sondern fällt bei Flügen in Richtung Westen geringer aus und nimmt tendenziell zu, je mehr Zeitzonen überquert werden, wobei der Review festhält, dass rechnerisch einer von zwei Reisenden profitierte [1]. Der Review hält fest, dass Nebenwirkungen selten auftraten, weist jedoch zugleich darauf hin, dass Fallberichte auf mögliche Risiken für zwei bestimmte Personengruppen hindeuten, bei einer davon infolge einer Wechselwirkung mit einem verschreibungspflichtigen Medikament; er fordert eine systematische Untersuchung beider Konstellationen sowie die Einführung einer routinemäßigen pharmazeutischen Qualitätskontrolle für Melatoninprodukte [1].
Empfehlungen nach Aufenthaltsdauer
Eine Anpassung ist nicht immer das Ziel: Bei kurzen Aufenthalten von ein bis zwei Tagen rät eine spätere Übersichtsarbeit ausdrücklich davon ab, das circadiane System überhaupt zu verschieben, da eine unmittelbare Anpassung praktisch unmöglich ist, während sie für Aufenthalte ab vier bis fünf Tagen die zeitlich abgestimmte Lichtexposition und das Meiden von Licht als Maßnahmen zur Beschleunigung der Umstellung beschreibt [2].
Einzelne Personen weichen zudem stärker voneinander ab, als Durchschnittswerte vermuten lassen: Beträchtliche individuelle Unterschiede im Tempo und in der Richtung der Anpassung erschweren es, den optimalen Einnahmezeitpunkt auf die eigene circadiane Phase abzustimmen, und Abweichungen in der Verträglichkeit von Schlafmangel infolge von Jetlag hängen möglicherweise mit einem Längenpolymorphismus in einem menschlichen Uhrengen zusammen [2].
Cibdol vertreibt Melatonin in zwei Varianten unter dem Namen Fall Asleep, als Tropfen sowie als Kapseln, jeweils mit der Anwendungsempfehlung, die Portion 30 Minuten vor dem Zubettgehen einzunehmen. Dieser Text fasst publizierte wissenschaftliche Literatur zusammen und zitiert eine europäische Verordnung; er stellt keine medizinische Beratung dar, gibt keine Empfehlungen für den individuellen Konsum und legt keinen Einnahmezeitpunkt fest.
Häufig gestellte Fragen
8 FragenWas unterscheidet Jetlag von normaler Reiseerschöpfung?
Was besagt der rechtliche Wortlaut auf europäischen Verpackungen?
Zu welchem Ergebnis kommt die Cochrane-Übersicht?
Warum spielt der Zeitpunkt der Einnahme eine größere Rolle als die Menge?
Gibt es Unterschiede zwischen Flügen nach Osten und nach Westen?
Wie sollte man bei kurzen Zwischenstopps vorgehen?
Warum reagieren Menschen unterschiedlich stark auf Zeitzonenwechsel?
Welche Aspekte betont die Übersichtsarbeit zur Sicherheit?
Über diesen Artikel
Luke Sholl schreibt seit 2011 über Cannabinoide, CBD und die vielfältigen Vorteile der Natur. Zu seinem Hintergrund gehört eigene praktische Erfahrung im Cannabisanbau über den gesamten Zyklus vom Samen bis zur Ernte hin
Dieser Wiki-Artikel wurde mit KI-Unterstützung verfasst und von Luke Sholl geprüft, Autor für CBD und Wohlbefinden. Redaktionelle Aufsicht durch Joshua Askew.
Medizinischer Hinweis. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information und stellen keine medizinische Beratung dar. Konsultiere vor der Verwendung einer Substanz eine qualifizierte Fachperson im Gesundheitswesen.
Literatur (3)
- [1]Herxheimer A, Petrie KJ. Melatonin for the prevention and treatment of jet lag. Cochrane Database of Systematic Reviews 2002;(2):CD001520. doi:10.1002/14651858.CD001520, PMID 11279722 Source
- [2]Arendt J. Managing jet lag: some of the problems and possible new solutions. Sleep Medicine Reviews 2009;13(4):249-256. doi:10.1016/j.smrv.2008.07.011, PMID 19147377 Source
- [3]Lewy AJ, Sack RL. The dim light melatonin onset as a marker for circadian phase position. Chronobiology International 1989;6(1):93-102. doi:10.3109/07420528909059144, PMID 2706705 Source
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