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CBN Wirkung auf den Schlaf, die Studienlage

Die Flasche Cibdol CBN Öl mit Faltschachtel auf warm gebrochen weißem Untergrund, daneben ein Stapel ausgedruckter Studien.
Cibdol · CBN Wirkung auf den Schlaf, die Studienlage

Definition

Cannabinol gilt im Handel oft als schlafförderndes Cannabinoid. Die klinische Datenlage zeigt jedoch ein deutlich nüchterneres Bild.

Die wissenschaftliche Diskussion über die CBN Wirkung beginnt mit einem Blick auf die pflanzliche Chemie. Cannabinol wird von der Pflanze in keiner nennenswerten Menge selbst gebildet. Es entsteht vor allem dann, wenn Delta-9-Tetrahydrocannabinol oxidiert. Der Stoff reichert sich folglich an, während geerntetes Cannabis lagert und altert. Forensische Labore nutzen das Verhältnis der beiden Substanzen seit Langem als Indikator für eine überdauernde Lagerung [8]. Eine pharmazeutische Stabilitätsuntersuchung beschreibt genau diese chemische Reaktion als oxidativen Abbau von THC zu Cannabinol. Aus der Beobachtung, dass überlagertes Pflanzenmaterial müde machen kann, entstand der Ruf von Cannabinol als Einschlafhilfe. Ein bloßer zeitlicher Zusammenhang ersetzt in der Medizin jedoch keine kontrollierte Messung.

Die ersten Versuche am Menschen im Jahr 1975

Die erste kontrollierte Untersuchung zu Cannabinol am Menschen erschien 1975. Fünf gesunde männliche Probanden nahmen jeweils im Abstand von einer Woche ein Placebo, reines Cannabinol, reines THC sowie zwei Kombinationen der beiden Stoffe ein. Während THC die Herzfrequenz messbar steigerte, zeigte reines Cannabinol keinen solchen Effekt. Auf einer Skala mit 66 Eigenschaftswörtern gaben die Versuchspersonen nach der Gabe von THC an, sich benommen, betrunken, schwindelig und schläfrig zu fühlen. Nach der Einnahme von reinem Cannabinol traten diese Empfindungen nicht auf [1].

Im selben Versuch führte die gemeinsame Gabe von Cannabinol und THC allerdings dazu, dass die Probanden häufiger über Benommenheit, Schwindel, Trunkenheitsgefühl und Schläfrigkeit berichteten als nach THC allein. Die Studienautoren stuften diese Wirkungsunterschiede jedoch als gering ein und hielten fest, dass sie die deutlich stärkere Gesamtwirkung von natürlichem Pflanzenmaterial nicht erklären können [1].

Eine zweite Veröffentlichung aus demselben Jahr kam zu einem abweichenden Ergebnis. Hier erhielten Freiwillige THC in Kombination mit Placebo, mit Cannabinol oder mit Cannabidiol. Die zusätzliche Verabreichung von Cannabinol führte zu keiner feststellbaren Veränderung von Art, Intensität oder Dauer der THC-Effekte. Die Forscher sahen daher keine Veranlassung, von der Praxis abzuweichen, Dosierungen für klinische Fragestellungen ausschließlich am THC-Gehalt auszurichten [2].

Systematische Übersichtsarbeit zur Studienlage

Eine systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2021 ging der Frage nach, ob es für die verbreiteten Schlafbehauptungen rund um Cannabinol eine belastbare klinische Grundlage gibt. Das Autorenteam durchsuchte die Datenbanken PubMed sowie MEDLINE, prüfte die Zusammenfassungen von 99 Studien am Menschen und analysierte acht Veröffentlichungen im Volltext. Die Recherche ergab keine einzige veröffentlichte klinische Studie, die Cannabinol anhand eines validierten Schlaffragebogens oder mittels nächtlicher apparativer Aufzeichnungen untersucht hatte. Die Autoren zogen das Fazit, dass die publizierte Datenlage für Schlafaussagen unzureichend ist [3].

Die Flasche Cibdol CBN Öl auf einer hellen Holzwerkbank, daneben ein Stapel ausgedruckter Studien und ein Bleistift.
CIBDOL · Systematische Übersichtsarbeit zur Studienlage

Die Verfasser dieser Übersicht beschrieben die wissenschaftliche Basis als veraltet und methodisch eng gefasst. Die Mehrzahl der verfügbaren Humanstudien stammte aus den 1970er und 1980er Jahren, umfasste sehr kleine, homogene Stichproben und erfasste Sedierung oder Müdigkeit nur am Rande. Zudem erwiesen sich die Belege für cannabisartige Effekte durch Cannabinol beim Menschen als uneinheitlich, wobei die meisten Daten gegen derartige Wirkungen sprachen [3].

Darüber hinaus wies die Übersicht darauf hin, dass die in frei verkäuflichen Schlafprodukten enthaltenen Mengen an Cannabinol weit unter dem Niveau liegen, das für eine methodisch saubere klinische Prüfung erforderlich wäre. Zukünftige Untersuchungen müssten deutlich höhere Dosen testen, als marktübliche Erzeugnisse bieten [3].

Klinische Prüfungen im häuslichen Umfeld und im Schlaflabor

Die erste moderne Studie zur Schließung dieser Forschungslücke wurde zwischen Mai und November 2022 durchgeführt und 2024 veröffentlicht. An der doppelblinden, randomisierten und placebokontrollierten Untersuchung nahmen 293 Erwachsene im Alter von 18 bis 55 Jahren teil, die ihre gewohnte Schlafqualität als schlecht oder sehr schlecht einstuften. Die Teilnehmenden nahmen über sieben aufeinanderfolgende Nächte jeweils vor dem Schlafengehen eine Kapsel ein. Untersucht wurden fünf Gruppen: Placebo, reines Cannabinol oder Cannabinol kombiniert mit einer von drei verschiedenen Mengen Cannabidiol [4].

Als primärer Endpunkt war die selbst bewertete Schlafqualität definiert worden. Hierbei zeigte Cannabinol keinen statistisch signifikanten Unterschied im Vergleich zur Kontrollgruppe. Die Studienautoren bezeichneten das Ergebnis vorsichtig als statistisch nicht signifikant, aber potenziell bedeutsam, womit das Hauptziel der Prüfung formal verfehlt wurde [4].

Bei den sekundären Endpunkten ergaben sich 2024 teils abweichende Tendenzen. So wachten die Probanden unter Cannabinol im Laufe der Nacht seltener auf, und der Gesamtwert für wahrgenommene Schlafstörungen verringerte sich messbar gegenüber Placebo. Drei weitere erfasste Werte veränderten sich dagegen überhaupt nicht: die Zeit bis zum Einschlafen, die Wachzeit nach dem ersten Einschlafen sowie das subjektive Müdigkeitsgefühl am folgenden Tag [4].

Im Jahr 2026 folgte die erste detaillierte Messung von Cannabinol in einem Schlaflabor. Im Rahmen einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Crossover-Studie erhielten 20 Erwachsene im Alter von 25 bis 65 Jahren jeweils eine Einzeldosis in niedriger Menge, in höherer Menge oder ein wirkstofffreies Placebo. Zwischen den Testnächten lag eine zweiwöchige Auswaschphase, und jede Nacht wurde lückenlos per Polysomnographie überwacht. Unter den Teilnehmenden befanden sich 17 Frauen, das Durchschnittsalter lag bei 42 Jahren. Die Rekrutierung fand an einem schlafmedizinischen Institut in Sydney zwischen August 2022 und September 2023 statt, und alle 20 Personen schlossen den Versuchsablauf vollständig ab [6].

Der primäre Endpunkt dieser Laborstudie war die Wachzeit nach dem ersten Einschlafen, präzise ermittelt durch polysomnographische Messung statt durch nachträgliche Selbsteinschätzung. Keine der beiden getesteten Wirkstärken führte zu einer statistisch signifikanten Veränderung dieser Wachzeit. Unter der höheren Dosis verschob sich der Wert um rund 6 Minuten, unter der niedrigeren um etwa 4 Minuten, wobei die jeweiligen Konfidenzintervalle in beiden Berechnungen die Null einschlossen [6].

Bei der Auswertung der sekundären Endpunkte zeigten sich unter der höheren Wirkstoffmenge vier Veränderungen: eine Zunahme des Non-REM-Schlafs im Stadium 2, eine subjektiv besser bewertete Schlafqualität, eine verkürzte Einschlafzeit sowie eine verringerte Anzahl elektroenzephalographischer Arousals. Da diese Werte als sekundäre Parameter in einer Pilotgruppe von 20 Personen über nur eine einzige Nacht ermittelt wurden, formulieren sie vor allem neue Forschungsfragen. Das Studienteam betonte den Bedarf an größeren und längerfristigen Studien [6]. Insgesamt wurden über alle drei Studienarme hinweg, einschließlich der Placebophase, 247 unerwünschte Ereignisse dokumentiert, die durchweg als leicht bis mittelschwer eingestuft wurden [6].

Kombinationen mit CBD und Melatonin

In der Veröffentlichung von 2024 brachte der Zusatz von Cannabidiol zu Cannabinol bei keiner der drei untersuchten Dosierungen eine Verbesserung der Messergebnisse. Die Gruppen mit kombinierten Wirkstoffen schnitten nicht besser ab als die Gruppe mit alleinigem Cannabinol [4].

Auch die umgekehrte Kombination wurde klinisch getestet. Eine getrennte randomisierte kontrollierte Studie an 1793 Erwachsenen mit Schlafproblemen verglich sechs verschiedene Kapselformulierungen über einen Zeitraum von vier Wochen. Präparate, die Cannabidiol mit Cannabinol kombinierten, schnitten weder gegenüber einer alleinigen Gabe von Cannabidiol noch gegenüber einer Monogabe von Melatonin besser ab. Die Autoren schlussfolgerten daraus, dass die Zugabe geringer Mengen an Cannabinol eine bestehende Formulierung auf Basis von Cannabidiol oder Melatonin möglicherweise nicht aufwertet [5].

Im Handel finden sich dennoch häufig Mischungen aus Cannabinol und Melatonin in einem gemeinsamen Produkt. Auf zellulärer Ebene und im Tiermodell an Mäusen hemmte Cannabinol jenes Leberenzym stark, welches für den Abbau von Melatonin zuständig ist, wodurch die Konzentration von Melatonin im Blutkreislauf um etwa das Vierfache anstieg. Diese Beobachtung stammt aus präklinischer Grundlagenforschung, lässt sich nicht direkt auf den Menschen übertragen und weist lediglich auf eine denkbare pharmakokinetische Wechselwirkung hin [7].

Rechtliche Rahmenbedingungen in der Europäischen Union

In der Europäischen Union existiert keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe für Cannabinol in Bezug auf den Schlaf. Das Gemeinschaftsregister der zulässigen Angaben gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006, konsolidiert durch die Verordnung (EU) Nr. 432/2012, führt keinen Eintrag für diesen Stoff. Extrakte aus Cannabis sativa mit Cannabinoidgehalt sowie daraus hergestellte Erzeugnisse fallen zudem unter die Novel-Food-Verordnung für neuartige Lebensmittel. Ein Inverkehrbringen als Lebensmittel erfordert daher ein formelles Zulassungsverfahren, bei dem die behördliche Bewertung ausschließlich der Sicherheit gilt und keinen Wirksamkeitsnachweis darstellt.

Fünf ausgedruckte Studien nebeneinander auf einer hellen Werkbank, die linke vergilbt und zerknittert vom Alter, die anderen vier frisch und weiß.
CIBDOL · Rechtliche Rahmenbedingungen in der Europäischen Union

Cibdol bietet im Sortiment ein CBN Öl mit 5 Prozent CBN und 2,5 Prozent CBD an, das aus Olivenöl als Trägeröl, Hanfextrakt und Terpenen besteht. In der Abendreihe finden sich zudem Stay Asleep Kapseln, die CBN und CBD mit Hopfen- und Griffoniaextrakt ohne Melatonin kombinieren, sowie Complete Sleep als flüssige Rezeptur mit Kamille und Lavendel. Jede Charge wird durch ein unabhängiges Fremdlabor geprüft und das Analysezertifikat offengelegt. Dieser Text fasst die internationale Studienlage zusammen und dient reinen Informationszwecken ohne medizinische Beratung.

Häufig gestellte Fragen

Was sagt die klinische Forschung zur Wirkung von CBN auf den Schlaf?
Bisherige methodisch strenge Studien am Menschen konnten ihr jeweiliges Hauptziel nicht signifikant erreichen. Sowohl die subjektive Schlafqualität als auch die im Labor gemessene Wachzeit nach dem Einschlafen blieben ohne statistisch bedeutsame Veränderung.
Auf welche Weise entsteht Cannabinol in der Pflanze?
Cannabinol wird nicht direkt in relevanten Mengen von der Pflanze synthetisiert. Es bildet sich als Abbauprodukt durch die Oxidation von Delta-9-THC während der Alterung und Lagerung des Pflanzenmaterials.
Weshalb widersprechen sich die frühen Arbeiten aus dem Jahr 1975?
Eine Studie beobachtete, dass CBN gewisse Schläfrigkeitseffekte von THC leicht verstärkte, während eine zweite Untersuchung bei gleichen Fragestellungen keinerlei Einfluss von CBN auf die Wirkung von THC feststellen konnte.
Welche Ergebnisse brachte die kontrollierte Studie von 2024?
Der primäre Endpunkt zur selbst wahrgenommenen Schlafqualität zeigte keinen signifikanten Unterschied zu Placebo. Bei sekundären Messwerten verringerten sich die nächtlichen Aufwachphasen und das Ausmaß an Schlafstörungen.
Was zeigte die Schlaflaboruntersuchung aus dem Jahr 2026?
Die polysomnographisch erfasste Wachzeit nach dem ersten Einschlafen veränderte sich unter keiner getesteten Dosis signifikant. Sekundäre Parameter wie die Einschlafdauer zeigten bei höherer Dosierung leichte Veränderungen.
Bringt die Kombination von CBN mit CBD einen zusätzlichen Nutzen?
In kontrollierten Studien schnitten Formulierungen aus beiden Wirkstoffen weder besser ab als CBN allein noch besser als herkömmliche Monopräparate mit CBD oder Melatonin.
Gibt es in der EU zugelassene gesundheitsbezogene Aussagen zu CBN?
Nein, im europäischen Register für Health Claims existiert keine genehmigte gesundheitsbezogene Angabe für Cannabinol. Der Stoff unterliegt zudem den Bestimmungen für neuartige Lebensmittel.
Was unterscheidet einen primären von einem sekundären Studienendpunkt?
Der primäre Endpunkt ist die zentrale Forschungsfrage, auf die eine Studie statistisch ausgelegt ist. Wird dieser verfehlt, gelten sekundäre Effekte lediglich als orientierende Beobachtungen, nicht als wissenschaftlicher Beweis.

Über diesen Artikel

Luke Sholl schreibt seit 2011 über Cannabinoide, CBD und die vielfältigen Vorteile der Natur. Zu seinem Hintergrund gehört eigene praktische Erfahrung im Cannabisanbau über den gesamten Zyklus vom Samen bis zur Ernte hin

Dieser Wiki-Artikel wurde mit KI-Unterstützung verfasst und von Luke Sholl geprüft, Autor für CBD und Wohlbefinden. Redaktionelle Aufsicht durch Joshua Askew.

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Medizinischer Hinweis. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information und stellen keine medizinische Beratung dar. Konsultiere vor der Verwendung einer Substanz eine qualifizierte Fachperson im Gesundheitswesen.

Literatur (8)

  1. [1]Karniol IG, Shirakawa I, Takahashi RN, Knobel E, Musty RE. Effects of delta9-tetrahydrocannabinol and cannabinol in man. Pharmacology 1975;13(6):502-512. Source
  2. [2]Hollister LE, Gillespie HK. Interactions in man of delta-9-tetrahydrocannabinol. II. Cannabinol and cannabidiol. Clinical Pharmacology and Therapeutics 1975;18(1):80-83. Source
  3. [3]Corroon J. Cannabinol and sleep: separating fact from fiction. Cannabis and Cannabinoid Research 2021. Source
  4. [4]Bonn-Miller MO, Feldner MT, Bynion T-M, et al. A double-blind, randomized, placebo-controlled study of the safety and effects of CBN with and without CBD on sleep quality. Experimental and Clinical Psychopharmacology 2024. Source
  5. [5]Saleska JL, Bryant C, Kolobaric A, et al. The safety and comparative effectiveness of non-psychoactive cannabinoid formulations for the improvement of sleep. Journal of the American Nutrition Association 2024. Source
  6. [6]Lavender IG, Marshall NS, McCartney D, et al. Cannabinol for acute treatment of insomnia disorder in a randomized placebo-controlled crossover trial. Journal of Sleep Research 2026;35(4). Source
  7. [7]Anderson LL, Hawkins NA, Yip S, Udoh M, Kearney JA, Arnold JC. Preclinical evidence for a drug-drug interaction between cannabinol and melatonin. Basic and Clinical Pharmacology and Toxicology 2025. Source
  8. [8]Tsumura Y, Aoki R, Tokieda Y, Akutsu M. A survey of the potency of Japanese illicit cannabis in fiscal year 2010. Forensic Science International 2012. Source

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