CBD und Melatonin, zwei verschiedene Stoffe in einer Flasche

Definition
Auf vielen Abendprodukten stehen Cannabidiol und Melatonin nebeneinander. Biologisch, pharmakologisch und rechtlich haben die beiden Substanzen jedoch grundverschiedene Profile.
Wer nach einer abendlichen Nahrungsergänzung sucht, findet CBD und Melatonin häufig gemeinsam auf einer Verpackung, als handle es sich um zwei Varianten desselben Prinzips. Das trifft biologisch nicht zu. Melatonin ist ein körpereigenes Hormon, das den Rhythmus der Nacht steuert, während Cannabidiol (CBD) ein pflanzlicher Stoff ist, den der menschliche Körper niemals selbst produziert. Die beiden Verbindungen greifen an unterschiedlichen biologischen Strukturen an, verbleiben völlig unterschiedlich lange im Körper und unterliegen grundlegend verschiedenen Kennzeichnungsvorschriften.
Ein Hormon und ein Pflanzenstoff
Melatonin ist ein körpereigenes Hormon mit dem chemischen Namen 5-Methoxy-N-acetyltryptamin, das von der Zirbeldrüse und lokal in der Netzhaut in einem zirkadianen Rhythmus mit niedrigen Werten am Tag und erhöhten Werten in der Nacht abgegeben wird. Aaron Lerner und Kollegen isolierten Melatonin 1958 an der Yale University aus Zirbeldrüsen von Rindern und benannten es nach der Aufhellung von Pigmentzellen namens Melanozyten, nicht nach einem Bezug zum Schlaf. [2]
Cannabidiol ist eines von über hundert Cannabinoiden aus Cannabis sativa, ein pflanzlicher Stoff und kein Hormon, den der menschliche Körper nicht selbst herstellt, der nicht berauschend wirkt und nach THC das am gründlichsten am Menschen untersuchte Cannabinoid darstellt. [3] Während ein körpereigenes Hormon in ein über Jahrmillionen gewachsenes Regelsystem mit passgenauen Empfängern eingebettet ist, trifft ein von außen zugeführter Pflanzenstoff auf andere biologische Voraussetzungen.
Rezeptoren und Angriffspunkte im Organismus
Melatonin besitzt zwei bekannte eigene Rezeptoren mit hoher Affinität namens MT1 und MT2, beides G-Protein-gekoppelte Rezeptoren, die durch Melatonin direkt aktiviert werden, wodurch das Hormon dem restlichen Körper den zeitlichen Verlauf der Nacht signalisiert. [1]

Anders als Melatonin, das über eigene MT1- und MT2-Rezeptoren wirkt, wird Cannabidiol in einer Übersichtsarbeit zur Pharmakologie mit begrenzten direkten Wirkungen an den Cannabinoidrezeptoren sowie einer großen Zahl weiterer identifizierter molekularer Zielstrukturen beschrieben. Dieselbe Übersichtsarbeit führt einen Teil der Uneinheitlichkeit zwischen Studienergebnissen auf die unterschiedlichen verwendeten Cannabidiolquellen und Zubereitungen zurück. [3] Cannabidiol dockt an Ionenkanälen, Enzymen und verschiedenen Signalwegen an, steuert jedoch kein spezifisches Schlafsignal.
Aufnahme und Verweildauer im Blut
Auch im zeitlichen Verlauf unterscheiden sich die beiden Stoffe grundlegend. In einer Crossover-Studie mit 12 gesunden männlichen Freiwilligen, die Melatonin an getrennten Tagen oral und intravenös erhielten, erreichte die Plasmakonzentration im Mittel 41 Minuten nach der oralen Dosis ihren Höchstwert, die Eliminationshalbwertszeit lag bei etwa 54 Minuten und die mediane absolute orale Bioverfügbarkeit betrug rund 3 Prozent, weil die Leber den Großteil vor Erreichen des Blutkreislaufs abbaut. [4] Melatonin flutet rasch an und wird innerhalb weniger Stunden wieder abgebaut.
Eine systematische Übersichtsarbeit sichtete 792 Arbeiten, erfasste 24 Publikationen mit pharmakokinetischen Daten am Menschen und berichtete Halbwertszeiten von 1,4 bis 10,9 Stunden nach einem Mundspray sowie von 2 bis 5 Tagen nach wiederholter oraler Gabe, wobei bisher keine Studie die absolute orale Bioverfügbarkeit von Cannabidiol beim Menschen gemessen hat. [5] Ein Stoff, der nach kurzer Zeit metabolisiert ist, übernimmt im Organismus eine andere Aufgabe als ein Molekül, das über Tage hinweg messbar bleibt.
Was die klinischen Studien gemessen haben
Für Melatonin liegt eine fundierte quantitative Datenbasis vor. Eine Metaanalyse von 19 randomisierten placebokontrollierten Studien mit 1683 Teilnehmenden ergab, dass Melatonin die Einschlafzeit im Mittel um 7,06 Minuten verkürzte, mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 4,37 bis 9,75 Minuten, und die Gesamtschlafzeit um 8,25 Minuten verlängerte, mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 1,74 bis 14,75 Minuten, was die Autoren als bescheidene Effekte einstuften. [6] Die Autoren stellten zudem fest, dass die Wirkung bei fortgesetzter Gabe nicht nachließ.
Für Cannabidiol gibt es bei gesunden Schlafenden keinen vergleichbaren Befund. Ein kontrollierter Schlaflaborversuch an gesunden Probanden verabreichte 27 Freiwilligen eine Einzeldosis Cannabidiol oder Placebo und zeichnete acht Stunden Polysomnografie auf, wobei sich kein Schlafparameter signifikant veränderte und die Autoren schlossen, dass Cannabidiol die normale Schlafarchitektur gesunder Menschen nicht beeinflusste. [7]
Zulässige Angaben auf dem Etikett
Melatonin gehört zu den wenigen Substanzen in Abendpräparaten mit einer EU-weit zugelassenen gesundheitsbezogenen Angabe nach der Verordnung (EU) Nr. 432/2012, die zwei Angaben aufführt, eine zur Einschlafzeit und eine zur subjektiven Wahrnehmung des Jetlags, jeweils unter festen Verwendungsbedingungen. Diese Aussagen sind an präzise Verzehrmengen gebunden.
Für Cannabidiol gibt es keine zugelassenen Angaben, da die Gemeinschaftsliste nach der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006, zusammengeführt in der Verordnung (EU) Nr. 432/2012, keinen Eintrag für Cannabidiol enthält und somit auf Lebensmitteletiketten keine Wirkungsversprechen gemacht werden dürfen.
Beide Stoffe im Sortiment von Cibdol
In der Produktlinie von Cibdol führen Fall Asleep Liquid und Fall Asleep Capsules sowohl Melatonin als auch Cannabinoide aus Hanfextrakt auf der Verpackung, während die übrigen Abendprodukte überhaupt kein Melatonin enthalten. Das Abendsortiment umfasst vier Produkte: Fall Asleep Liquid, Fall Asleep Capsules, Stay Asleep Capsules und Complete Sleep. CBN Oil 5% mit CBD 2,5% gehört hingegen zur CBN-Reihe. Complete Sleep ist eine flüssige Zubereitung aus MCT-Öl, Hanfextrakt mit CBN und CBD sowie Kamillen- und Lavendel-Extrakt und enthält kein Melatonin. Stay Asleep Capsules sind auf der Verpackung als Nahrungsergänzungsmittel mit Pflanzenextrakten deklariert und enthalten ebenfalls kein Melatonin. Cannabinol stellt eine eigenständige dritte Verbindung dar, die über eine eigene Datenlage verfügt und in einem separaten Fachbeitrag behandelt wird. [8]
Auf der Schachtel von Fall Asleep Liquid stehen drei getrennte Tagesmengen für die Niederlande, für Deutschland und für den Rest der Europäischen Union, weil die Mitgliedstaaten eigene Obergrenzen für Melatonin in Nahrungsergänzungsmitteln vorgeben, sodass dieselbe Flasche je nach Land unterschiedliche Verzehranweisungen trägt. Während mehrere europäische Staaten Melatonin in Nahrungsergänzungsmitteln mit unterschiedlichen Höchstmengen erlauben, gilt es im Vereinigten Königreich als Arzneimittel und ist dort ausschließlich auf Rezept erhältlich.
Dieser Text fasst veröffentlichte wissenschaftliche Daten und rechtliche Kennzeichnungsvorschriften zusammen und stellt keine medizinische Beratung dar.
Häufig gestellte Fragen
8 FragenSind Melatonin und CBD chemisch miteinander verwandt?
Für welchen Stoff existiert eine fundiertere Studienlage zum Schlaf?
Ergibt die Kombination von CBD und Melatonin einen gemeinsamen Zusatzeffekt?
Wie lange verbleiben Melatonin und CBD im Blut?
Warum gelangen nur etwa 3 Prozent des oral eingenommenen Melatonins in den Kreislauf?
Darf ein Hersteller Angaben zur schlaffördernden Wirkung von CBD machen?
Welche Cibdol-Produkte enthalten Melatonin?
Weshalb stehen auf einer Flasche Fall Asleep Liquid drei verschiedene Verzehrempfehlungen?
Über diesen Artikel
Luke Sholl schreibt seit 2011 über Cannabinoide, CBD und die vielfältigen Vorteile der Natur. Zu seinem Hintergrund gehört eigene praktische Erfahrung im Cannabisanbau über den gesamten Zyklus vom Samen bis zur Ernte hin
Dieser Wiki-Artikel wurde mit KI-Unterstützung verfasst und von Luke Sholl geprüft, Autor für CBD und Wohlbefinden. Redaktionelle Aufsicht durch Joshua Askew.
Medizinischer Hinweis. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information und stellen keine medizinische Beratung dar. Konsultiere vor der Verwendung einer Substanz eine qualifizierte Fachperson im Gesundheitswesen.
Literatur (8)
- [1]Liu J, Clough SJ, Hutchinson AJ, Adamah-Biassi EB, Popovska-Gorevski M, Dubocovich ML. MT1 and MT2 melatonin receptors: a therapeutic perspective. Annual Review of Pharmacology and Toxicology 2016;56:361-383. doi:10.1146/annurev-pharmtox-010814-124742 Source
- [2]Lerner AB, Case JD, Takahashi Y, Lee TH, Mori W. Isolation of melatonin, the pineal gland factor that lightens melanocytes. Journal of the American Chemical Society 1958;80(10):2587. doi:10.1021/ja01543a060 Source
- [3]Britch SC, Babalonis S, Walsh SL. Cannabidiol: pharmacology and therapeutic targets. Psychopharmacology 2021;238(1):9-28. doi:10.1007/s00213-020-05712-8 Source
- [4]Andersen LPH, Werner MU, Rosenkilde MM, et al. Pharmacokinetics of oral and intravenous melatonin in healthy volunteers. BMC Pharmacology and Toxicology 2016;17:8. doi:10.1186/s40360-016-0052-2, PMID 26893170 Source
- [5]Millar SA, Stone NL, Yates AS, O'Sullivan SE. A systematic review on the pharmacokinetics of cannabidiol in humans. Frontiers in Pharmacology 2018;9:1365. doi:10.3389/fphar.2018.01365, PMID 30534073 Source
- [6]Ferracioli-Oda E, Qawasmi A, Bloch MH. Meta-analysis of randomised placebo-controlled melatonin trials. PLoS ONE 2013;8(5):e63773. doi:10.1371/journal.pone.0063773, PMID 23691095 Source
- [7]Linares IMP, Guimaraes FS, Eckeli A, et al. No acute effects of cannabidiol on the sleep-wake cycle of healthy subjects: a randomized, double-blind, placebo-controlled, crossover study. Frontiers in Pharmacology 2018;9:315. doi:10.3389/fphar.2018.00315 Source
- [8]Suraev AS, Marshall NS, Vandrey R, et al. Cannabinoid therapies in the management of sleep disorders: a systematic review of preclinical and clinical studies. 2020. doi:10.1016/j.smrv.2020.101339 Source
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