CBD-Aufnahme im Körper: Löslichkeit, Leber, Datenlage

Definition
Aufnahme bezeichnet den Weg, den Cannabidiol von der Flasche bis in den Blutkreislauf nimmt: Mund, Magen, Darm, erster Durchgang durch die Leber, dann Kreislauf. Wie viel davon unverändert ankommt, hält die systematische Übersichtsarbeit von Millar aus dem Jahr 2018 für den geschluckten Weg als niedrig und zwischen Personen sehr unterschiedlich fest. Diese Seite sortiert, was gemessen wurde und was in derselben Literatur offen bleibt.
Ein Öl im Mund, und die Frage danach
Küche, kurz vor acht, der Kaffee dampft noch. Die Pipettenflasche steht neben der Tasse, das Öl bleibt einen Moment unter der Zunge, dann ist es geschluckt. Zurück bleibt eine Frage, die im Suchfeld genauso häufig auftaucht wie im Gespräch am Tisch: Was passiert jetzt eigentlich?
Der Weg selbst ist leicht zu benennen. Mund, Magen, Darm, Leber, Blutkreislauf. Schwieriger ist die Frage, wie viel Cannabidiol am Ende dieses Weges unverändert ankommt. Die systematische Übersichtsarbeit von Millar aus dem Jahr 2018 hat die veröffentlichten Humandaten zur Pharmakokinetik durchgesehen und notiert für den geschluckten Weg zwei Punkte: die Werte liegen niedrig, und sie unterscheiden sich deutlich zwischen einzelnen Personen [1].
Bioverfügbarkeit, in einem Satz definiert
Bioverfügbarkeit ist der Anteil der ursprünglich zugeführten Menge, der unverändert im Kreislauf ankommt. Nicht mehr, nicht weniger. Für orales Cannabidiol beim Menschen führt die Durchsicht von 2018 diesen Anteil als niedrig und als zwischen Personen sehr unterschiedlich auf [1]. Wer nach einer einzelnen Prozentzahl sucht, findet in derselben Arbeit den Grund, warum keine dasteht: die Humandaten sind dünn, die Studienaufbauten liegen weit auseinander, und die berichteten Expositionswerte schwanken erheblich [1]. Eine verlässliche Einzelzahl für die orale Aufnahme lässt sich aus diesem Bestand nicht angeben.
Löslich in Öl, sperrig in Wasser
Am Anfang der ganzen Sache steht ein chemischer Befund. Cannabidiol löst sich bereitwillig in Fetten und Ölen, in Wasser dagegen schlecht [1]. Diese eine Eigenschaft zieht sich durch alles, was danach kommt: durch die Frage nach der Trägerbasis in der Flasche, durch die Frage nach einer Mahlzeit im Magen, bis hinein in die Verteilung im Gewebe. Sie sagt aber nichts darüber, wie viel Cannabidiol aus einer bestimmten Flasche im Blut landet. Das ist eine Frage an das Etikett und an die unabhängige Analyse der jeweiligen Charge, nicht an die Löslichkeit. Chemie erklärt den Weg, nicht die Zahl.
Der erste Durchgang durch die Leber
Was First-Pass-Metabolismus bezeichnet
Was aus dem Darm aufgenommen wird, erreicht den großen Kreislauf nicht direkt. Es passiert zuerst die Leber. Ein Teil wird dort umgebaut, bevor überhaupt etwas im übrigen Körper ankommt, und genau dieser Vorgang trägt den Namen First-Pass-Metabolismus. Die Durchsicht von 2018 beschreibt ihn bei Cannabidiol als ausgeprägt und führt ihn als anerkannten Grund dafür auf, dass die oral gemessene Exposition beim Menschen niedrig ausfällt [1]. Hier endet die Rechnung, die viele im Kopf aufmachen: eine Zahl auf dem Etikett und eine Konzentration im Blut sind zwei verschiedene Größen, und die zweite folgt nicht rechnerisch aus der ersten.
Abbauprodukte im Blut, und was offen bleibt
Umgebaut heißt nicht verschwunden. Aus Cannabidiol entstehen Abbauprodukte, und diese sind in menschlichen Proben gemessen worden [1]. Was dieselbe Arbeit ausdrücklich als ungeklärt vermerkt, sind die relativen Mengen dieser Abbauprodukte, sobald man verschiedene Zufuhrwege und verschiedene Studienaufbauten nebeneinanderlegt [1]. An diesem Punkt ist die Übersichtsarbeit ungewöhnlich klar über die Grenzen des eigenen Materials.
Das hat eine praktische Folge für jeden Vergleich. Die gemessenen Werte unterscheiden sich nach Analysetechnik, nach Formulierung und nach den Bedingungen der jeweiligen Studie [1]. Ein Vergleich zwischen zwei Zufuhrwegen beschreibt daher zwei verschiedene Mechanismen und ergibt keine Rangfolge [1]. Als weitere Beiträge zu den Unterschieden zwischen Personen nennt die gepoolte Humanliteratur die Formulierung selbst sowie Unterschiede in Darm- und Leberfunktion von Mensch zu Mensch [1]. Vier Größen, die alle in dieselbe Messung hineinspielen.
Drei Arme, eine gemessene Veränderung
Eine Arbeit wird in diesem Zusammenhang besonders oft zitiert, und sie lohnt das genaue Nachlesen. Die Phase-I-Arbeit von Taylor aus dem Jahr 2018 untersuchte hochgereinigtes Cannabidiol bei gesunden Teilnehmenden, randomisiert und placebokontrolliert, und war in drei Arme gegliedert: einzelne aufsteigende Mengen, wiederholte Gabe und ein eigener Arm zum Einfluss von Nahrung [2].
Der Nahrungsarm ist der Teil, um den es hier geht. Dieselbe zugeführte Menge wurde einmal zusammen mit Nahrung und einmal im nüchternen Zustand untersucht, und die gemessene Plasmaexposition veränderte sich zwischen diesen beiden Bedingungen [2]. Das ist der Befund. Er stammt aus einem festgelegten Protokoll, aus kontrollierten Bedingungen, aus einer bestimmten Teilnehmergruppe und von einer bestimmten Formulierung.
Genauso wichtig ist, was daraus nicht folgt. Eine entsprechende Zahl für ein anderes Produkt, eine andere Mahlzeit oder eine andere Person ist damit nicht belegt. Die Arbeit war als Untersuchung von Pharmakokinetik und Verträglichkeit angelegt, nicht als Untersuchung von Endpunkten am Menschen. Wer die Frage nach dem Zusammenspiel von Öl und Essen stellt, bekommt aus dieser Arbeit also eine belegte Richtung des Befunds und keine Rechengröße für den eigenen Küchentisch.
Dazu kommt der Rahmen aus der Übersichtsarbeit von 2018: die Humandaten zu Cannabidiol sind begrenzt, die Studienaufbauten unterscheiden sich stark, und die berichteten Expositionswerte liegen weit auseinander [1]. Zwei Publikationen, zwei verschiedene Zuschnitte. Die eine misst unter festgelegten Bedingungen, die andere sortiert den vorhandenen Bestand und benennt seine Lücken. Beides gehört zusammengelesen, und beides bleibt getrennt von der Frage, was auf einem Etikett steht.
Acht Punkte in der Reihenfolge des Ablaufs
- Löslichkeit zuerst: Cannabidiol geht bereitwillig in Fette und Öle, in Wasser kaum [1]. Das prägt jede Formulierung, in der es überhaupt vorkommt.
- Nach dem Schlucken folgt der Verdauungstrakt. Wie viel von hier weiter ins Blut gelangt, fasst die Durchsicht von 2018 für den Menschen als niedrig und zwischen Personen sehr unterschiedlich zusammen [1].
- Bioverfügbarkeit meint dabei den Anteil der ursprünglichen Menge, der unverändert ankommt [1]. Der Begriff sagt nichts über einen Zustand, nur über einen Anteil.
- Dann kommt die Leber. Der First-Pass-Metabolismus ist ausgeprägt und gilt als anerkannter Grund für die niedrigen oralen Werte beim Menschen [1].
- Aus dem Umbau entstehen Abbauprodukte, die in menschlichen Proben gemessen wurden [1]. Deren relative Mengen über verschiedene Zufuhrwege hinweg sind offen [1].
- Die Formulierung zählt mit, ebenso Unterschiede in Darm- und Leberfunktion zwischen einzelnen Personen [1]. Beides steht als Beitrag zur Variabilität in der gepoolten Literatur.
- Nahrung ist eine eigene Bedingung. Im Nahrungsarm der Arbeit von Taylor aus dem Jahr 2018 veränderte sich die gemessene Plasmaexposition zwischen dem Arm mit Mahlzeit und dem nüchternen Arm [2].
- Am Ende steht die Verteilung. Cannabinoide sind stark lipophil, verteilen sich in Fettgewebe und werden von dort langsam ins Blut zurückgegeben [3]. Der Nachweis reicht damit über die aktive Aufnahmephase hinaus.
Was Huestis 2007 zur Verteilung zusammengetragen hat
Aufnahme ist nur die erste Hälfte der Geschichte. Die Übersicht von Huestis aus dem Jahr 2007 hält für Cannabinoide fest, dass sie stark lipophil sind, sich in Fettgewebe verteilen und von dort langsam wieder ins Blut abgegeben werden, sodass sie über die eigentliche Aufnahmephase hinaus nachweisbar bleiben [3]. Dieselbe Beobachtung notiert die Durchsicht von 2018 speziell für Cannabidiol und ergänzt einen unbequemen Punkt: die Eliminationsparameter werden in den gesammelten Humanstudien uneinheitlich berichtet [1].
Deshalb bleiben Fragen nach einer Verweildauer ohne feste Zahl. Nicht aus Vorsicht, sondern weil in den zusammengetragenen Arbeiten unterschiedlich gemessen und unterschiedlich berichtet wurde [1].
Ein Wort zur Abgrenzung. Das Endocannabinoid System ist ein anderes Kapitel, es beschreibt körpereigene Botenstoffe, Rezeptoren und abbauende Enzyme, und es steht nicht in denselben Datenreihen wie die hier zitierten pharmakokinetischen Angaben. Wer nach dem cannabinoide System sucht, landet also bei einer verwandten, aber getrennt geführten Frage.
Und die Flasche selbst? Begriffe wie CO2 Extraktion beschreiben ein Herstellungsverfahren, ein CBD Vollspektrum Öl oder ein CBG Öl beschreibt einen Extrakttyp neben der Trägerbasis. Das sind Angaben zur Zusammensetzung, und sie sind eine der in der Literatur genannten Variabilitätsquellen auf der Seite der Formulierung [1]. Prüfbar ist an dieser Stelle der Chargenbericht: er weist den gemessenen Cannabinoidgehalt aus, den ein unabhängiges Labor bestimmt hat. Bei Cibdol gilt diese Prüfung je Charge seit 2014. Was der Bericht nicht ausweist, ist eine Zahl für die Aufnahme im einzelnen Körper. Diese beiden Ebenen bleiben getrennt, und das ist der ehrlichste Satz, den die vorhandenen Humandaten hergeben.
Belegte Angaben, geordnet nach Thema
| Thema | Was veröffentlicht ist | Was offen bleibt |
|---|---|---|
| Löslichkeit | Fette und Öle lösen Cannabidiol bereitwillig, Wasser nur schlecht [1] | Aus einer Löslichkeitsangabe folgt kein Gehalt und keine aufgenommene Menge |
| Bioverfügbarkeit | Anteil der ursprünglich zugeführten Menge, der unverändert ankommt; oral beim Menschen niedrig und zwischen Personen sehr unterschiedlich [1] | Eine einzige verlässliche Zahl für die orale Aufnahme ist aus dem Bestand nicht angebbar [1] |
| Erster Leberdurchgang | First-Pass-Metabolismus ausgeprägt, anerkannter Grund für die niedrige orale Exposition [1] | Der Anteil, der dabei umgebaut wird, ist in der Durchsicht nicht beziffert |
| Abbauprodukte | In menschlichen Proben gemessen [1] | Relative Mengen über Zufuhrwege und Studienaufbauten hinweg ungeklärt [1] |
| Nahrung als Bedingung | Nahrungsarm bei gesunden Teilnehmenden, 2018: gemessene Plasmaexposition mit Mahlzeit anders als nüchtern [2] | Keine entsprechende Zahl für ein anderes Produkt, eine andere Mahlzeit, eine andere Person |
| Unterschiede zwischen Personen | Formulierung sowie Darm- und Leberfunktion als Beiträge in der gepoolten Humanliteratur [1] | Eine Gewichtung der einzelnen Beiträge steht nicht in der Übersicht |
| Zufuhrwege im Vergleich | Messwerte unterscheiden sich nach Technik, Formulierung und Studienbedingungen [1] | Der Vergleich beschreibt verschiedene Mechanismen und ergibt keine Rangfolge [1] |
| Verteilung und Nachweis | Stark lipophil, Verteilung ins Fettgewebe, langsame Rückgabe ins Blut, Nachweis über die aktive Aufnahmephase hinaus [3] | Eliminationsparameter in den gesammelten Humanstudien uneinheitlich berichtet [1] |
| Studientyp | Phase I mit aufsteigenden Mengen, wiederholter Gabe und eigenem Nahrungsarm, hochgereinigtes Cannabidiol [2] | Angelegt für Pharmakokinetik und Verträglichkeit, nicht für Endpunkte |
Häufig gestellte Fragen
4 FragenWie ist Bioverfügbarkeit in diesem Zusammenhang definiert?
Was wurde bei gesunden Teilnehmenden mit und ohne Mahlzeit gemessen?
Warum lassen sich Zufuhrwege nicht in eine Rangfolge bringen?
Was bedeutet lipophil für den Nachweis im Körper?
Über diesen Artikel
Luke Sholl schreibt seit 2011 über Cannabinoide, CBD und die vielfältigen Vorteile der Natur. Zu seinem Hintergrund gehört eigene praktische Erfahrung im Cannabisanbau über den gesamten Zyklus vom Samen bis zur Ernte hin
Dieser Wiki-Artikel wurde mit KI-Unterstützung verfasst und von Luke Sholl geprüft, Autor für CBD und Wohlbefinden. Redaktionelle Aufsicht durch Joshua Askew.
Medizinischer Hinweis. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information und stellen keine medizinische Beratung dar. Konsultiere vor der Verwendung einer Substanz eine qualifizierte Fachperson im Gesundheitswesen.
Zuletzt geprüft am 27. August 2026
Literatur (3)
- [1]Millar, S.A. et al. (2018). A Systematic Review on the Pharmacokinetics of Cannabidiol in Humans. DOI: https://doi.org/10.3389/fphar.2018.01365
- [2]Taylor, L. et al. (2018). A Phase I, Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled, Single Ascending Dose, Multiple Dose, and Food Effect Trial of the Safety, Tolerability and Pharmacokinetics of Highly Purified Cannabidiol in Healthy Subjects. DOI: https://doi.org/10.1007/s40263-018-0578-5
- [3]Huestis, M.A. (2007). Human Cannabinoid Pharmacokinetics. DOI: https://doi.org/10.1002/cbdv.200790152
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